Eher nüchtern als fantastisch
Archiv
Bettina Lell inszeniert „Les Contes d’Hoffmann“ im Theater Pforzheim – Einheitliche Erscheinung der drei Geliebten-Wunschbilder
Als „Opéra fantastique“ ist das 1881 in der Opéra-Comique in Paris uraufgeführte Werk von Jacques Offenbach, dem Vater der Operette, in die Musikgeschichte eingegangen. Die Aufführung von „Les Contes d’Hoffmann“ in Pforzheim ist eher nüchtern als fantastisch.
Vorne v. li.: Hans Gröning (Dapertutto), Tatiana Larina (Giulietta), Eric Fennell (Hoffmann) und Marie-Kristin Schäfer (Muse). Foto: privat
Pforzheim. Als die unheimlichste Gestalt der deutschen Romantik, deren Erzählkunst er Weltgeltung verschafft hat, so dass er sogar lange Zeit, vor allem im Ausland, als der größte deutsche Erzähler überhaupt galt, wird er bezeichnet: der 1776 in Königsberg geborene, 46-jährig in Berlin gestorbene Ernst Theodor Hoffmann, der aus Verehrung Mozarts noch den Vornamen Amadeus annahm. Er war der universellste Künstler seiner Zeit: Maler, Schriftsteller, Komponist, Musiklehrer, Dirigent, Dramaturg, Theaterarchitekt und daneben noch Richter am Berliner Kammergericht. In älteren Einrichtungen seiner „Erzählungen“ wurde E.T.A. Hoffmann als willenloser Dichter, als ein dem Trunke ergebener, genial-krankhafter Mensch gezeigt, von dem sich Stella zu Recht abwendet. 1958 war es dann Walter Felsenstein, der „mit seiner die komplizierte Gestalt Hoffmanns von allen romantischen Gedankenlosigkeiten reinigenden, mit Dialogen in fünffüßigen Jamben versehenen Einrichtung“ den Sinn des ursprünglichen Schauspiels von Jules Barbier und Michel Carré wiederherstellte, „indem er die Erzählungsbilder als Stationen des inneren Dramas Hoffmanns gestaltete“.
Wir freuen uns, dass Sie sich für
einen Artikel interessieren.
Jetzt registrieren und weiterlesen.
- ➔ Alle Webseiteninhalte
-
➔ Inklusive aller
Artikel
- ➔ Jederzeit kündbar
Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen