Du sollst Urlaub machen!

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Ferienbeginn: Gedanken von Pfarrer Martin Merdes, evangelische Kirchengemeinde Enzberg

„Du sollst Urlaub machen!“ Das, liebe Leserin, lieber Leser, ist nicht nur ein schöner Satz zu Beginn der Sommerferien – vielmehr steht er fast wörtlich in der Bibel. Mit gutem Grund. Zur Arbeit muss man die Menschen nicht antreiben, zur sinnvollen Erholung schon eher. Aus dem Hebräischen: „Gedenke des Ruhetags, um ihn zu heiligen!“ übersetzte Martin Luther „Du sollst den Feiertag heiligen“.

Martin Merdes

Martin Merdes

Eine seltsame Vorschrift, die Gott auf dem Sinai seinem Propheten Mose auf die Steintafel schrieb! Sie steht in einer Reihe mit den Geboten, nicht zu töten, nicht zu stehlen, nicht zu lügen, … über die wir uns mit allen Religionen der Welt und wahrscheinlich auch mit allen nicht religiösen Menschen einigen könnten. Das Gebot, einen Ruhetag zu pflegen und zu heiligen, ist eine Besonderheit der Jüdisch-Christlichen Tradition. Offenbar hat Gott gewusst, wie sehr der Mensch von seinem Tagwerk gefangen sein kann. So sehr, dass er darüber alles andere vergisst und seine Arbeit zur Religion macht. Darum die Mahnung, regelmäßig eine Pause einzulegen. Gott selbst macht es uns vor. Nach sechs Tagen Schöpfungswerk gönnt sich Gott einen „Urlaubstag“. War das nun nur ein freier Tag oder schon ein Urlaub? Keine Ahnung, denn den Zeitraum von einem Tag darf man bei Gott nicht so genau nehmen, bekanntlich sind für ihn selbst 1000 Jahre wie ein Tag.

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