Druck der Politik auf die Bahn nimmt zu
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Mühlacker. Die Behauptung einer DB-Sprecherin, eine Fertigstellung der vorgesehenen Sanierung samt einer Erhöhung der Bahnsteige und dem rollstuhlgerechten Einbau von Aufzügen oder Rampen im Jahr 2014 sei niemals fest zugesagt worden (wir berichteten), weist Bürgermeister Winfried Abicht entschieden zurück. „Natürlich“ gebe es einen verbindlichen Zeitplan, betonte er gestern gegenüber dem Mühlacker Tagblatt. Und diesen Zeitplan habe die Stadt in Zusammenhang mit der Vereinbarung über die Sanierung zwischen Kommune und Bahn unterschrieben. Darin sei auch festgelegt worden, dass die Umbaumaßnahmen 2014 abgeschlossen sein müssten. Dass nun von zeitlichen Verschiebungen die Rede sei, liege wohl nicht am Eisenbahnbundesamt, sondern daran, dass die Bahn, die aus verschiedenen Abteilungen bestehe, bislang noch nicht so weit gediehen sei wie angenommen. Die Verwaltung werde zusammen mit „unseren Verbündeten“, wie etwa den Abgeordneten des Enzkreises, weiter Druck machen, so Abicht resolut.
Mit dem Fahrrad die Treppe zu den Gleisen hoch: Szenen wie diese sollen durch den überfälligen barrierefreien Umbau des Mühlacker Bahnhofs bald der Vergangenheit angehören.
Auch der CDU-Gemeinderatsfraktionsvorsitzende und Regionalpolitiker Günter Bächle nimmt in einer Pressemitteilung kein Blatt vor den Mund. Die DB „läuft Gefahr, wortbrüchig zu werden“, moniert er. Die Äußerung, es existiere kein verbindlicher Zeitplan, sei nichts anderes als „ein billiges Verzögerungsmanöver“, weil die Bahn offenbar ihre Hausaufgaben nicht rechtzeitig erledigt habe. Bächle beruft sich auf Aussagen des Leiters der DB Station&Service AG für Baden-Württemberg, der am 10. Juni 2009 vor dem Planungsausschuss des Regionalverbands gesagt habe, die Planung für den Umbau des Mühlacker Bahnhofs sollte 2010/2011 anlaufen, und die Bauarbeiten würden 2012 und 2013 abgewickelt. Die Stadt habe in ihren Etats für 2011 und 2012 erste Mittel von rund 430000 Euro für ihren Kostenanteil von insgesamt knapp 900000 Euro eingestellt. Für den Restbetrag nehme sie für 2013 eine Verpflichtungsermächtigung auf. Dies sei ein weiterer Beleg dafür, dass in den Verhandlungen mit der Bahn AG von einer Realisierung in den Jahren 2012 und 2013 ausgegangen wurde. Die Bahn, verlangt Bächle, solle ihre Zusagen einhalten. Wenn die DB AG die Verzögerungen aufs Eisenbahnbundesamt als Genehmigungsbehörde für die Planung schiebe, dieses aber erkläre, von der Bahn in der Sache noch nicht einmal angesprochen worden zu sein, deute das auf eine „Vernebelungsaktion“ der Bahn hin, um „von den eigenen Schwächen abzulenken“.
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