Drogenhandel: Rocker muss ins Gefängnis

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Hells-Angels-Mitglied betreibt schwunghaften Koks-Handel – Der überschuldete Hartz-IV-Empfänger fährt eine Nobelkarosse

Pforzheim. Ein Gebrauchtwagenhändler, der mehrmals widerwillig Kokain gekauft hat, ein Dealer, der seiner kranken Mutter den gewohnten Lebensstandard sichern wollte – um Ausreden für ihre Drogengeschäfte waren die Angeklagten bei der Verhandlung vor dem Schöffengericht Pforzheim gestern nicht verlegen.

Zwischen März und Mai 2013 orderte der Autohändler aus dem östlichen Enzkreis Mengen zwischen zehn und 50 Gramm bei seinem Lieferanten, der mit ihm auf der Anklagebank saß. Einen Teil des Kokains, knapp 20 Gramm zuzüglich einiger Gratisproben, landete für den Kaufpreis von 2800 Euro bei einem verdeckten Ermittler, der die Kokain-Linie nach seiner letzten Bestellung beim Autohändler auffliegen ließ. Unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln in sieben Fällen warf Staatsanwalt Marco Mayer dem Lieferanten vor, der ein Mitglied des inzwischen verbotenen Pforzheimer Hells-Angels-Charters Borderland war. Nachdem in der Pforzheimer Wohnung des schweren Jungen auch Anabolika und Testosteron gefunden worden waren, erweiterte sich die Anklage um den unerlaubten Besitz von Arzneimitteln zu Dopingzwecken im Sport. Tatsächlich macht die muskelbepackte Bodybuilding-Statue des 43-Jährigen den Eigenbedarf wahrscheinlich.

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