Drogendealer beteuert vor Gericht seine Schuld

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Verhandlung in Pforzheim deckt einige Ungereimtheiten auf – 27-Jähriger belastet Mitangeklagten – Am Ende Freispruch für beide

Pforzheim (ih). Ein Drogendealer, der statt seiner Unschuld seine Schuld beteuert, einen Prozess gegen sich und seinen angeblichen Lieferanten anstrengt, nichts Genaues über seine Taten berichten kann sowie ein dubioses Darlehen weckten am Donnerstag Zweifel beim Pforzheimer Schöffengericht. Es sprach die Angeklagten frei – zum Leidwesen des Geständigen.

„Ich habe Scheiße gebaut. Ich muss das jetzt ausbaden. Ich 150 Gramm Kokain gekauft für 11000 Euro. Das war im Sommer 2015. Die Übergabe war in Pforzheim in Nähe einer Schule. Ich war in einer finanziellen Notlage. Mein Bekannter hat mich angesprochen, ob ich mir etwas dazu verdienen will. Ich würde das heute nie wieder machen“, berichtete der 27-Jährige gestern im Staccato von seinen Straftaten und denen des 51-jährigen Mitangeklagten, mit dem er im Übrigen noch eine stolze Rechnung über 7000 Euro aus dem Drogengeschäft offen hat. „Er hat meine Eltern im Jahr 2016 angerufen und ihnen von den Drogen erzählt. Meine Mutter hat geweint. Jetzt bekommt er kein Geld mehr“, erklärte der Serbe, der im Enzkreis geboren ist, die Schulden gegenüber dem Kroaten, der in Pforzheim lebt, kurzerhand zu einem Akt des gerechten Trotzes. „Es gibt doch Werte“, echauffierte er sich.

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