Drogenarbeit der pragmatischen Art
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Kontaktladen „Loft“ in Pforzheim blickt auf seine 25-jährige Geschichte zurück
Pforzheim. Lustige Spritzen mit bunten Zuckerperlen stehen am Eingang des „Loft“ und auf dem Tisch ein Schätzspiel mit wohl Tausenden Einwegspritzen in einem Plexiglaswürfel – ein Wink mit der Spritze also, denn vor 25 Jahren begann der Kontaktladen mit einer praktischen Hilfe, die bis heute andauert: der Ausgabe von Einwegspritzen gegen Rückgabe der gebrauchten Exemplare. Am Freitag wurde mit den Gründern, Mitarbeitern und Ehrengästen, darunter Pforzheims Sozialbürgermeisterin Monika Müller, das Jubiläum der Einrichtung gefeiert, die früher von der AG Drogen getragen wurde und heute zur „Plan B GmbH“ gehört.
Einwegspritzen spielen immer noch eine wichtige Rolle beim „Loft“ – auch als Ratespiel mit Ute Hötzer, Dr. Alfred Scheld, Harald Stickel, Petra Juhn und Norbert Pöhm (v.li.)Foto: Peche
Die Klientel des „Loft“, das gemeinsam von Stadt, Enzkreis und dem Land finanziert wird, sind Drogenkonsumenten, die Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags suchen. Im vergangenen Jahr gab es rund 470 Klienten aus Pforzheim und Enzkreis-Gemeinden. „Es geht dabei um Wohnungssuche, finanzielle Nöte, Probleme mit der Justiz und die Vermittlung in Entgiftung und Therapie“, so Petra Juhn. Die Leiterin des „Loft“ ist Sozialarbeiterin, ihr zur Seite stehen vier weitere Mitarbeiter. Der Spritzentausch gehört immer noch zu den Aufgaben der Anlaufstelle: 2016 wurden 6192 gebrauchte Einwegspritzen abgegeben, was verhindert, dass sich an Kinderspielplätzen oder anderswo Menschen an weggeworfenen Spritzen infizieren könnten. „Wir geben auch Anleitung für den sicheren Gebrauch“, so Juhn. Neue Spritzen gibt es im Tausch, was den Gang in die Apotheke erspart.
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