„Dorfladen ist ein Stehaufmännchen“
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Die Tage des Geschäfts in Schmie scheinen gezählt, aber es gibt noch Hoffnung auf ein Happyend
Maulbronn-Schmie. Vor dem Dorfladen in Schmie sitzt eine Gruppe von Frauen an einem runden Tisch bei einer Tasse Kaffee, im Geschäft herrscht reger Betrieb. Wer das Treiben an diesem Donnerstagvormittag beobachtet, kann nur schwer verstehen, warum der Dorfladen in dem kleinen Maulbronner Stadtteil ums Überleben kämpft. Tatsache ist, dass die Kündigung des Betreibers auf dem Tisch liegt, Bäcker Ulrich Schmid hört Ende Juli auf (wir berichteten). Doch inzwischen scheint dies nicht mehr in Stein gemeißelt zu sein.
Verkäuferin Jolanda Pacinella (re.) bedient im Dorfladen Schmie eine Kundin. Foto: Disselhoff
Auf Nachfrage erklärt Schmid, dass er sich vorstellen könne, weiterzumachen. Das gehe aber nur, wenn man ihm bei den Mietnebenkosten entgegenkomme. Diesbezüglich liefen Gespräche mit dem Bürgerverein Schmie. „Es ist aber noch alles in der Schwebe“, sagt Schmid, dessen Miete von der Stadt Maulbronn bezahlt wird, die den Dorfladen mit Hilfe des Bürgervereins finanziell unterstützt. Dass Schmid mehr Unterstützung einfordert, begründet er mit gestiegenen Kosten. „Die Situation hat sich über die Jahre so verändert, dass eine Anpassung nötig ist.“ Und auch wenn sich die Kundinnen des Geschäfts, das an der Lienzinger Straße 12 beheimatet ist, an diesem Vormittag die Klinke in die Hand geben, läuft die Kasse dadurch nicht zwangsläufig über. „Unter der Woche ist es schwierig, samstags ist der Umsatz gut“, sagt Verkäuferin Jolanda Pacinella. Die Stammkundinnen, die vor dem Laden zusammensitzen, wollen, dass der Dorfladen weiterlebt. Das will auch die Eigentümerin Erika Schott, die deutlich macht, dass das Geschäft ein wichtiger Treffpunkt sei. Die Backwaren werden in der Runde einhellig als gut und günstig gelobt, man bekomme im Geschäft alles, was man brauche. Kundin Hannelore Walter hat allerdings noch einen Wunsch, der die Öffnungszeit am Samstag betrifft: „Da macht der Laden schon um 11 Uhr zu, das ist zu früh.“
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