Die Zweifel überwiegen: Freispruch für die Angeklagten
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Im Prozess wegen Menschenhandels sind die Aussagen des mutmaßlichen Opfers wenig glaubhaft
Pforzheim. Mit Freisprüchen ist gestern vor dem Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Karl-Michael Walz in Pforzheim der Prozess wegen Menschenhandels zu Ende gegangen (wir berichteten). Einer 32-jährigen Frau und einem 23 Jahre alten Mann war vorgeworfen worden, Ende 2012 eine junge Frau aus Polen mit dem Versprechen nach Pforzheim gelockt zu haben, dass sie dort in einer Bar arbeiten könne. Tatsächlich war sie aber nach Karlsruhe in ein Laufhaus gebracht worden. Dort soll die Frau unter Schlägen zur Prostitution gezwungen worden sein. Nach drei Tagen war die Frau zurück nach Polen geflüchtet. Als sie telefonisch von der Angeklagten bedroht wurde, kehrte sie mit einem Freund zurück, der in Pforzheim als Stricher tätig wurde. Sie selbst arbeitete in einer Bar und als Prostituierte. Geld soll sie keines bekommen haben, hatte sie bei der Polizei angegeben.
Die Zimmervermieterin des Freundes, wo sich Maria (Name von der Red. geändert) oft aufhielt, beschrieb diese als „geknickt und weinerlich“. Einmal seien auch zwei Männer aufgetaucht, die sie geschlagen hätten. Anfang 2013 erstattete Maria Anzeige. War sie bei der polizeilichen Vernehmung am 29. Januar noch gesprächig gewesen, änderte sich das vor der Ermittlungsrichterin. Dort trat die ungepflegt wirkende Frau „pampig“, wenig auskunftsfreudig und an einer Mitarbeit wenig interessiert auf.
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