Die Zeitverschenker und ihr Lohn
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Zahlreiche Freiwillige engagieren sich, häufig wenig beachtet, in den Altenzentren der Region
Lesepaten, Bildungspaten, Lernbegleiter, Ausbilder in Vereinen: Das Feld, auf dem sich Menschen freiwillig engagieren, ist weit. Auch in den Seniorenzentren der Region bereichern Ehrenamtliche den Alltag maßgeblich.
Erika Gerlach, Rosemarie Königer (v.li.), Marianne Reich, Elke Oelker und Margot Bakülü (stehend v.re.) engagieren sich freiwillig. Foto: Becker
Mühlacker. Dass der Einsatz gerade hier häufig nicht richtig wahrgenommen wird, bedauert Marion Aichele vom Sozialdienst im DRK-Seniorenzentrum. „Die Angehörigen, die überwiegend abends oder am Wochenende vorbeischauen, bekommen nur am Rande mit, welche Aktivitäten dank der Freiwilligen geboten sind.“ Rund 15 Ehrenamtliche – Tendenz: steigend – brächten sich ein, indem sie Senioren besuchten, mit ihnen Ausflüge oder alltägliche Besorgungen unternähmen. Ob Gottesdienstbesuch, Fahrt ins Museum oder Vorlesen – die Helfer trügen wesentlich dazu bei, die sozialen Aktivitäten der alten Menschen aufrechtzuerhalten. Viele von ihnen seien noch vielfältig interessiert, aber einfach nicht in der Lage, eigenständig beispielsweise eine Besenwirtschaft, einen Seniorenclub oder ein Café anzusteuern. Auch diejenigen der 92 festen Bewohner, die an Demenz erkrankt sind, profitierten, etwa wenn samstags ein Freiwilliger Musik durchs ganze Haus klingen lasse. „Viele singen dann mit, sind zufrieden und ruhen in sich“, gibt Marion Aichele den Eindruck der Pflegekräfte wieder. Dabei müsse, wer sich engagieren wolle, außer der Bereitschaft, sich auf eine nicht alltägliche Welt einzulassen, keine besonderen Fertigkeiten mitbringen. Manchmal reiche es auch schon aus, zuzuhören oder die Hand zu halten, um den Tag eines Seniors deutlich aufzuhellen. Entsprechend gern vermittle sie als Leiterin der Freiwilligenagentur Mühlacker/Östlicher Enzkreis auch weitere Interessierte – ob ins DRK-Seniorenzentrum, das benachbarte Seniorenzentrum St. Franziskus oder andere Einrichtungen der Region. Wer die Senioren mit Brettspielen erfreuen oder die Handarbeitsgruppe verstärken wolle, sei aktuell besonders herzlich willkommen.
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