Die Vorreiter

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Während sich andere mit Händen und Füßen gegen eine Eingemeindung wehrten, entschieden sich die Bürger von Schmie schon zu Beginn der Kommunalreform freiwillig für das Zusammengehen mit Maulbronn. Dort wird am 3. Oktober „zweimal Einheit“ gefeiert.

Maulbronn. Geschichte findet nicht nur in Schulbüchern statt, sondern im Leben jedes einzelnen Menschen. Geschichtliche Ereignisse, die im Großen und im Kleinen das vergangene halbe Jahrhundert geprägt haben, stehen am Samstag, 3. Oktober, im Mittelpunkt einer Feierstunde in Maulbronn. Corona-gerecht unter freiem Himmel im Gewerbegebiet wird dort nicht nur der Wiedervereinigung vor genau drei Jahrzehnten gedacht, sondern auch der Fusion des bis dahin selbstständigen Dorfes Schmie mit Maulbronn vor 50 Jahren.

Die Vorreiter

Die Eingliederung Schmies wurde am 23. Januar 1970 in der Turnhalle Schmie gefeiert. Hier zu sehen sind unter anderen Otto Glöckler (v.li.), Gottfried Haase (MdL, SPD), Landrat Erich Fuchslocher, Bürgermeister Karl Lägler (Maulbronn), Dr. Dieter Spieth und Innenminister Walter Krause. Bild oben rechts: Innenminister Krause (li.) gratuliert Bürgermeister Karl Lägler. Fotos: Stadtarchiv Maulbronn, Becker (1)

„Beide Ereignisse waren und sind von größter Bedeutung für alle Maulbronner und Grund zu uneingeschränkter Freude“, heißt es in der Einladung zur doppelten Einheitsfeier. Die Pandemie habe im Frühjahr ein eigenes Fest „50 Jahre Schmie und Maulbronn vereint“ verhindert, erläutert der Maulbronner Bürgermeister Andreas Felchle den nun gewählten Doppelpack. Dass der 3. Oktober auf lokaler Ebene eine wichtige Rolle spiele, liege an den guten Beziehungen zu den Menschen in Altkirchen im ostthüringischen Altenburger Land. Auf der Basis früherer, auf kirchlicher Ebene entstandener Kontakte sei nach der Wende ein intensiver kommunaler Erfahrungsaustausch erfolgt, und die guten persönlichen Beziehungen bestünden bis heute. „Es ist eine Freundschaft, bewusst keine Partnerschaft“, beschreibt Andreas Felchle das Miteinander. Eventuelle Bestrebungen, diese zu institutionalisieren, wie es Mühlacker und Schmölln vorgemacht haben, hätten sich mit der Eingemeindung Altkirchens zu Schmölln zu Jahresbeginn ohnehin erledigt.

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