Die Streuobstwiese neu entdecken
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Garten, Terrasse, Balkon: Im August ist wegen der heißen Temperaturen ein besonders grüner Daumen gefragt. Auf welche Punkte Hobbygärtner gerade jetzt achten müssen, erklärt Jürgen Metzger, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Mühlacker.
Mühlacker. Schon seit 100 Jahren gibt es den Mühlacker Obst- und Gartenbauverein, und „nie war er so wertvoll wie heute“, findet der Vorsitzende Jürgen Metzger. Gerade in der Corona-Krise hätten viele Menschen ihre Liebe zur heimischen Streuobstwiese neu entdeckt. Jetzt im August ist bei der Pflege vor allem die Hitze ein zentrales Thema. Dass die dem häuslichen Garten zu schaffen macht, spüren sowohl Profis als auch Hobbygärtner.
Jürgen Metzger, Vorsitzender des OGV Mühlacker, und Rolf Heinzelmann, Landesgeschäftsführer des Landesverbands für Obstbau, Garten und Landschaft, auf der Mühlacker Lehrwiese. Fotos: Willimek
Der August ist der Beginn der Erntezeit im Streuobstanbau. Während die ersten früher reifenden Apfelsorten mittlerweile abgeerntet sind, steht bei den meisten Sorten wie Goldparmäne, Gravensteiner oder Elstar die Ernte noch aus. „Durch das Wetter verschwimmt die Grenze zwischen Sommer-, ,Herbst- und Winterapfel immer mehr“, stellt Jürgen Metzger fest. Wegen Trockenheit oder Schädlingsbefall, darunter der Apfelwickler, werfen viele Obstbäume ihre Frucht vorzeitig ab. „Die sogenannte Notreife ist in diesem Jahr ein großes Problem.“ Ob Äpfel tatsächlich schon reif sind, erkennen Hobbygärtner am vollständig durchgefärbten Kerngehäuse. Im nächsten Schritt kann die Geschmacksprobe Aufschluss geben. Einmal abgefallen sollten Früchte entweder schnell verarbeitet oder als Futter für Insekten, Igel und Vögel liegengelassen werden. „Der Tierwelt kann es auch schon helfen, den Baum nicht vollständig abzuernten, sondern ein paar Früchte hängenzulassen“, so der Vorsitzende. Für den Umgang mit besonders schwer beladenen Bäumen gilt: „Besser die Früchte vorzeitig ernten und damit einen Teil der Ernte verlieren als riskieren, dass die Leitäste abbrechen oder sich nach unten neigen.“ Diese wachsen zwar meist von alleine nach, doch gingen dadurch viele Jahre des Wachstumsfortschritts verloren.
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