Die Spur des Geldes wirft Rätsel auf
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Fahrlehrer soll Kundengelder kassiert und nicht an seinen Chef weitergereicht haben – Slalomfahrt im Ringen um Glaubwürdigkeit
Maulbronn. „Folge der Spur des Geldes“ – dieser Satz fällt in Kriminalfilmen, wenn Ermittler nicht mehr weiter wissen und einen neuen Ansatz suchen, die Wahrheit ans Licht zu zerren. Dieser Analysemethode darf sich auch ein Richter im echten Berufsleben widmen. Nur geht es für ihn dabei nicht ganz so spektakulär zu wie im Krimi. Der Maulbronner Amtsgerichtsdirektor Dr. Bernd Lindner kann davon ein Lied singen. Für ihn galt am Dienstagnachmittag im Prozess gegen einen angeblich betrügerischen Fahrlehrer nicht nur die gute alte Weisheit der Superdetektive, sondern auch der etwas trockenere Ansatz „Folge der Spur der Quittungen“.
Laut Sigrid Micol als Vertreterin der Staatsanwaltschaft soll der 48-jährige angestellte Fahrlehrer in mindestens zwei Fällen Geld von Fahrschülern entgegengenommen und die Einnahmen nicht an seinen Chef weitergeleitet, sondern in die eigene Tasche gestopft haben, um sich gewerbsmäßig eine zusätzliche Einnahmequelle zu verschaffen, was Betrug sei. Dass er im September 2016 in einem Fall 500 Euro angenommen hat und im März 2017 rund 253 Euro für Prüfungsgebühren, wollte der Fahrlehrer nicht bestreiten. „Das war bei uns vollkommen normal“, wehrte er sich gegen den Betrugsvorwurf. Das Geld habe er dann, was auch vollkommen normal gewesen sei, bei regelmäßigen Besprechungen seinem Chef in die Hände gedrückt. Er sei also völlig unschuldig.
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