Die Sprachlosigkeit am Lebensende überwinden

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Im Rahmen der „Lebensfaden“-Vortragsreihe geht es um Kriegskinder, Pflichtgefühl und das Regeln letzter Dinge

Mühlacker. Die Veranstaltungsreihe „Lebensfaden – Orientierungshilfe zur Christlichen Patientenvorsorge“ findet in diesem Jahr zum vierten Mal statt. Erneut drehen sich die Themen um den letzten Lebensabschnitt und die unterschiedlichen Wege, sich mit dem Leben und dem Sterben auseinanderzusetzen. Es sei wichtig, zu Lebzeiten auszusprechen, was man möchte. „Aber meistens ist es einfacher zu sagen, was man nicht möchte“, sind sich die Kooperationspartner der Veranstaltungsreihe einig. Erneut versuchen Consilio, Ambulanter Hospizdienst Östlicher Enzkreis, Seniorenzentrum St. Franziskus sowie das katholische Dekanat und die Beratungsstelle „Lebensfaden“ der Caritas Ludwigsburg-Waiblingen-Enz, durch drei Vorträge die Sprachlosigkeit in Familien zu überwinden.

Die Sprachlosigkeit am Lebensende überwinden

Rühren für die Vortragsreihe „Lebensfaden“ gemeinsam die Werbetrommel: Sylke Kopp (v.li.), Dr. Johannes Bastian, Annette Ruck, Hannelore Stegmaier und Susanne Klotz. Foto: Deeg

Die jetzigen Senioren seien Kriegskinder gewesen, die es gewohnt seien, alles selbst zu machen, und denen es schwerfalle, Hilfe anzunehmen und über das im jungen Alter Erlebte zu sprechen. Hospizbegleiter seien oft als Vermittler zwischen der sterbenden Person und ihren Angehörigen gefragt, berichtet Hannelore Stegmaier, die die Einsätze des Ambulanten Hospizdienstes koordiniert. Oft seien es die Hospizdienstmitarbeiter, denen gegenüber sich die Sterbenden öffnen und von früher erzählen würden. Gerade Frauen würden oft schlimme Erlebnisse von Übergriffen schildern. Das sei wichtig, um manche Reaktionen, die die gut gemeinte Pflege hervorruft, zu verstehen, etwa warum beim Waschen manche Stellen nicht berührt werden sollen. „Wenn die Frauen und Männer es einmal erzählt haben, schwinden auch ihre Ängste, sie befreien sich.“ Dieses Öffnen sei allerdings schwierig. Damit beschäftigt sich der erste Vortragsabend (siehe auch Infokasten: „Die Vorträge im Überblick“). Die Frage, wie viel Verantwortung erwachsene Kinder übernehmen sollen, wie sehr sie Familie, Beruf und Freizeit für die älter werdenden Eltern hintenanstellen müssen, würde auch zwischen den Kolleginnen thematisiert, berichtet Consilio-Sozialarbeiterin Sylke Kopp. Dieser Frage widmet sich der zweite Abend.

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