Die Masche des verstorbenen Bruders fortgesetzt
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Virtueller Sex, vor allem Lügen und Videos: Dreiste Erpressung fliegt auf, als das Opfer zum wiederholten Mal zahlen soll
Pforzheim. Ein jung verstorbener Erpresser, der mit den sexuellen Neigungen seiner Opfer Geld macht und sie zum Psychologen beordert, ein Angeklagter, der das kriminelle Erbe seines Bruders antritt: Das kannte Richter Dr. Patrick Stemler so auch noch nicht. Er verurteilte den 33-Jährigen zu einer einjährigen Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung.
Für seine Masche nahm der verstorbene Bruder die unterschiedlichsten Identitäten an. In Phase eins baggerte er als Frau potenzielle Opfer über Dating-Plattformen an, gab sich als Minderjährige aus, vertiefte die sexuellen Kontakte virtuell und ließ sich von Männern per WhatsApp belastendes Material schicken – etwa ein Video, in dem der neue Freund masturbierte. In Phase zwei verwandelte sich der damals 27-Jährige in den empörten Mitarbeiter der frei erfundenen Kinderschutzorganisation KGK aus Hamburg, traf sich in Karlsruhe persönlich mit seinen Opfern, beschimpfte sie als pädophil, drohte mit Veröffentlichungen und erpresste Geld. Außerdem beorderte er die Männer zu einem Psychologen, der sie angesichts ihrer Neigungen berät – gegen Vorkasse in bar.
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