Die Kunst ins Blickfeld rücken

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Neue Fördergruppe gegründet

Pforzheim. Wenn die Rede davon ist, dass sich innerhalb eines Vereins eine neue Gruppierung bildet, dann wird man automatisch hellhörig. Gibt es Streit? Ist man sich nicht einig? Weder noch und ganz im Gegenteil: Die neue Fördergruppe innerhalb des Kunstvereins und der Verein selbst samt Vorstand sind sich nach wie vor grün. Sehr grün sogar, wie sowohl der im August neu gewählte Vorsitzende Stefan Kagerhuber als auch die Vertreter der neuen Gruppe betonen. Und da wären wiederum zuvorderst ehemalige Vorstandsmitglieder zu nennen, man kann auch sagen der „Altvorstand“: Till Neumann, Gerhart Odenwald und Rainer Bartels. „Wir wollten einfach noch nicht aufs Altenteil gehen“, sagt Till Neumann, sondern die künstlerische Leitung, die natürlich beim Kunstverein-Vorstand bleibt, mit Rat und Tat unterstützen. Und dabei eine Art „Rahmenprogramm“ oder Begleitprogramm auf die Beine stellen. Oder eine neue Komponente hinzufügen. Wie auch immer man es nennen will: Begleitend soll es sein, unterstützend soll es sein und vor allem die Kunst, ganz allgemein gesprochen, mehr ins Bewusstsein der Bürger rücken. „Das ist ja nicht immer einfach hier in Pforzheim“, meint Till Neumann, und Rainer Bartels spricht auch genau diesen Punkt an. Das Trio will aber keineswegs mit erhobenem Zeigefinger auf Kunstwerke zeigen, nach dem Motto „jetzt pass mal schön auf, wir zeigen dir die Welt“, sondern eine Diskussion anregen. „Und Menschen daran interessieren, die nicht in einen Verein wollen“, so Gerhart Odenwald. Offen gestaltet sollen die losen Einladungen sein, mit Referenten, die Ahnung haben, aber nicht monologisieren sollen. „Die Kunstinteressierten sollen miteinander ins Gespräch kommen“, so Neumann. Als Ziele werden formuliert: Die Problematik Kunst und Kunstvermittlung ansprechen. Das Verständnis für Kunst grundsätzlich herstellen. Die aktuelle Kunst begreifbar machen. Außerhalb der üblichen Kunstszene sollen Begriffe wie „zeitgenössische Kunst“, „Kunst der Moderne“, „Aktuelle Kunst“ zur Sprache kommen. In einer schriftlichen Erklärung heißt es: „Kurz gesagt: Es werden mehr Freunde in unserer Region für Bildende Kunst gesucht, ohne gleich einem Verein angehören zu müssen.“

Der Startschuss für dieses Bemühen, die Kunst in alle Munde zu bringen, fand jetzt im Clubraum des Kulturhauses Osterfeld statt und zwar gleich mit einem interessanten Thema, das an die 20 Gäste anlockte: Der Künstler und Fotograf Tilmann Krieg aus Kehl mit Pforzheimer Wurzeln gab eine Einführung darüber, was Kunst heute ist, wo sie herkommt und mit welcher Beurteilung man ihr näher kommen kann. Im Herbst wird der nächste diskussionswürdige Abend mit der Leiterin der Fondation Beyeler aus Riehen bei Basel, Janine Schmutz, stattfinden. Näheres soll noch bekanntgegeben werden.

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