Die Flucht ins eigene Leben

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Vortrag über Hermann Hesses Zeit im Kloster Maulbronn

Maulbronn. „Um die Flucht und deren Beweggründe von Hermann Hesse aus dem Seminar in Maulbronn herrschen viele Versionen, unter anderem eine, die besagt, er sei wegen des Schulsports geflohen, den er so hasste.“ Auch Roland Evers fällt es schwer, einen tatsächlichen Grund für die abenteuerliche Flucht zu nennen, aber mit Sicherheit könne er sagen, dass der Aufenthalt in Maulbronn und die Flucht das zukünftige Leben des Dichters Hermann Hesse maßgeblich beeinflusst und geprägt haben. Werke wie „Unterm Rad“ oder das „Glasperlenspiel“, so eine Erkenntnis des Vortragsabends, zu dem der Schwäbische Albverein in die Postscheuer nach Maulbronn eingeladen hatte, ließen die prägenden Erfahrungen und Erinnerungen der Seminarzeit deutlich werden.

Roland Evers schildert das Leben Hermann Hesses im Seminar.

Roland Evers schildert das Leben Hermann Hesses im Seminar. Foto: Rieger

Vor rund 50 Interessierten beleuchtete Roland Evers die Zeit Hermann Hesses in Maulbronn. Zwar habe der Seminarist seinen Eltern in Briefen versichert, dass er sehr zufrieden sei und ein gutes Miteinander im Seminar bestehe, doch habe das nicht der Wahrheit entsprochen. Innerlich habe sich der junge Mann gegen die strenge Disziplinierung und die Unnahbarkeit der Lehrer aufgelehnt. Später habe Hesse geschildert, dass er sich schon immer schwer damit getan habe, herumdirigiert oder befehligt zu werden. Doch schon während der Seminarzeit habe er Bücher verschlungen und den Entschluss gefasst, später Dichter zu werden.

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