Die „Erste“ hat Priorität

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Der TV Mühlacker steckt mitten im Abstiegskampf in der Landesliga – Spielertrainer Mahler „wechselt“ deshalb die Mannschaften

Mühlacker. Am liebsten hätte Markus Mahler seine Rolle als spielender Mentor in der Reserve bis zum Saisonende ausgefüllt. „Da sind viele junge, unerfahrene Spieler dabei, die eine Führungsfigur brauchen“, ist sich der 32-Jährige bewusst. Nicht selten zeichnete der nominelle Center für die Hälfte der eigenen Punkte verantwortlich, war absoluter Dreh- und Angelpunkt im Kreisliga-Team. Als sich dann Clemens Beisel, langjähriger Leistungsträger in der ersten Mannschaft, im Training jedoch eine Schulterverletzung zuzog, musste der Coach seinen Plan über den Haufen werfen. Angesichts der ohnehin schon dünnen Personaldecke im Landesliga-Kader wusste Mahler, dass er nun handeln muss. Schweren Herzens meldete er sich als Spieler der zweiten Hightowers-Garde ab, um fortan bei der Mission Klassenerhalt in der „Ersten“ ohne Kompromisse mithelfen können. Laut den Statuten ist es zwar möglich, in zwei verschiedenen Mannschaften anzutreten, doch diese Ausnahme-Regelung ist stark beschränkt: Im „Ersatz“-Team dürfen die Akteure maximal fünf Partien pro Saison absolvieren, womit Mahler in den letzten Spielen fehlen würde. Dieses Risiko wollte der Coach nicht eingehen, weshalb er nach Absprache mit beiden Mannschaften ins Landesliga-Lager wechselte. Seine Tätigkeit als Übungsleiter bleibt davon unberührt, nach wie vor leitet der Sportlehrer die Trainingseinheiten der beiden Teams und steht bei den Spielen stets an der Seitenlinie. Dass sich diese „Hochmeldung“ am vergangenen Wochenende – Mühlacker unterlag der PSG Pforzheim mit 83:85 – noch nicht in Punkte ausgezahlt hat, nimmt Mahler gelassen: „Gegen Pforzheim müssen wir nicht unbedingt punkten, die spielen oben mit. Unsere Aufgabe ist es, den KIT SC Karlsruhe und Freiburg/Herdern hinter uns zu halten. Wenn wir da die direkten Duelle gewinnen, kommen wir durch.“ Als Tabellensiebter stehen die Hightowers sechs Spiele vor Rundenschluss (noch) nicht in der Abstiegszone, was sich jedoch schnell ändern kann. Acht Zähler haben die Senderstädter bisher eingesammelt – genauso viele wie Karlsruhe und Freiburg/Herdern. Was den Mühlackern im Kampf um den Klassenverbleib Mut macht, sind die vier Heimspiele, die noch anstehen. In der Enztalsporthalle spielt die Mahler-Truppe in der Regel immer besser, im Oktober wies man beispielsweise den jetzigen Dritten Karlsruher TV mit 97:92 in die Schranken.

Die „Erste“ hat Priorität

In Bedrängnis: Mühlackers Mick Wagner im Spiel gegen die PSG Pforzheim.

Markus Mahler

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