Die Botschaft des Zeichenstifts

Archiv

Der aus Syrien stammende Schüler Amjad hat seine Erlebnisse in einem bemerkenswerten Bild verarbeitet

Die rosafarbene Schlange spuckt Blut. Rot zerfließt das Herz. Dicke Tränen fallen ins Nichts. Was der 13-jährige Amjad auf Papier gebannt hat, ist kein Ausdruck überschäumender Fantasie, sondern bildet den Schrecken ab, mit dem der nach langer Flucht in Ötisheim gestrandete junge Syrer konfrontiert war.

Amjad hat die traumatischen Erlebnisse vor und nach der Flucht in einem Bild festgehalten. Grundlage sind die von rechts nach links zu lesenden arabischen Buchstaben des Wortes Syrien.

Amjad hat die traumatischen Erlebnisse vor und nach der Flucht in einem Bild festgehalten. Grundlage sind die von rechts nach links zu lesenden arabischen Buchstaben des Wortes Syrien. Foto: Becker

Mühlacker. Die Aufgabenstellung mag noch so gelungen, die Motivation noch so hoch sein: Die Wahrscheinlichkeit, dass das im Unterricht gezeichnete Bild eines Sechstklässlers nachhaltig in Erinnerung bleibt, ist eher gering. Umso mehr hat Ingrid Burger das Werk eines Schiller-Schülers überrascht, in dessen Klasse die Lehrerin der Uhland-Schule drei Inklusionsschüler betreut. „Mir war gleich klar, dass dieses Bild etwas Besonderes ist“, verweist sie auf die arabischen Schriftzeichen für das Wort Syrien, die als Grundlage für eine symbolhafte Darstellung der Ereignisse in der vom Krieg geschüttelten Region dienen. Aus dem grünenden Land erwächst eine solche Apokalypse aus Gewehrschüssen und Bomben, dass selbst die zu den Schriftzeichen gehörenden Punkte anfangen zu weinen. Mittendrin lebt die Hoffnung auf die Freie Syrische Armee, deren Fahne nach oben zeigt, während jene des mit scharfen Zähnen ausgestatteten Assad-Regimes zu Boden sinkt.

Wir freuen uns, dass Sie sich für einen logo Artikel interessieren. Jetzt registrieren und weiterlesen.

  • Alle Webseiteninhalte
  • Inklusive aller logo Artikel
  • Jederzeit kündbar

Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen

Artikel empfehlen