Die Bahnlinie im Visier
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Mühlacker leidet im Zweiten Weltkrieg stark unter Luftangriffen
Mühlacker. Immer dann, wenn in der Nähe des Bahnhofs die Bagger anrollen, beschäftigen Hinterlassenschaften aus dunkler Zeit die Planer: Über 1100 Mal wurde in Mühlacker im Zweiten Weltkrieg Fliegeralarm ausgelöst – und nicht jede tödliche Fracht ist tatsächlich detoniert.
Auf einem Luftbild, das ein Aufklärungsflugzeug am 15. März 1945 gemacht hat, wird 2012 – eingerahmt von Bombenkratern – die Einschlagstelle eines Blindgängers im Industriegebiet entdeckt. Zur Orientierung: Links von der Markierung führt die Lienzinger Straße über die Bahntrasse, unterhalb liegt die Industriestraße, rechts vom roten Kreis befindet sich das Gelände der Firma Händle. Was ebenfalls deutlich auszumachen ist: Dort, wo die Ziegeleistraße einen Halbkreis beschreibt, liegt nach den Luftangriffen der Ringlokschuppen der Bahn teilweise in Trümmern. Foto: Stadtarchiv Mühlacker
Der verheerende Angriff auf Pforzheim vom 23. Februar 1945 ist im Bewusstsein geblieben, doch auch in Mühlacker mit seinem strategisch wichtigen Bahnknotenpunkt hielten die Attacken aus der Luft die Menschen in Atem. Wie die 2009 verstorbene Heimatforscherin Elisabeth Brändle-Zeile in einem Beitrag zur Stadtgeschichte von 1995 berichtet, wurde in Mühlacker im Zweiten Weltkrieg über 1100 Mal Fliegeralarm oder die niedrigere Warnstufe, die Luftwarnung, ausgelöst; das erste Mal am 30. Juni 1940. Am 30. April 1941 fällt die erste Bombe in den Kißlingwald, und in Diefenbach setzen in derselben Nacht Stabbrandbomben mehrere Häuser und Scheunen in Brand.
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