Dialog in Sachen Enzberger Steinbruch
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NABU hat bei geplanter Erweiterung Ökosystem im Blick
Mühlacker-Enzberg (pm). Im Gespräch bleiben und gemeinsam nach Lösungen suchen – das wollen Vertreter des NABU und des Industrieverbandes Steine und Erden (ISTE). Sie trafen sich im Enzberger Natursteinwerk und diskutierten dabei über eine mögliche Ausweitung des Rohstoffabbaus. „Naturschutz und Rohstoffgewinnung sind keine natürlichen Feinde“, sagte der NABU-Landesvorsitzende, Dr. Andre Baumann laut ISTE-Pressemitteilung. „Steinbrüche können eine große Bedeutung für die heimische Artenvielfalt haben, wenn man sie nach dem Abbau renaturiert.“ Der Erste Vorsitzende des NABU Pforzheim und Enzkreis, Gerold Vitzthum, stimmte zu: „Viele Tiere und Pflanzen haben wegen der intensiven Landwirtschaft keine Überlebenschance mehr. In einem aufgelassenen Rohstoffabbau findet man beispielsweise Gelbbauchunken und seltene Orchideenarten.“ Für die industrielle Seite betonte ISTE-Hauptgeschäftsführer Thomas Beißwenger gemeinsame Interessen.
Hans Ulmer, Geschäftsführer der Natursteinwerke im Nordschwarzwald (NSN), zeigte den Gästen die geplanten und in der Enzberger Bevölkerung umstrittenen Erweiterungsflächen. Weite Teile des Geländes sind Ackerflächen. Vitzthum will diese künftig häufiger unter die Lupe nehmen, um den Tierbestand zu erfassen. Wertvolle Streuobstbestände kommen direkt angrenzend an die geplanten Erweiterungsflächen des Steinbruchs vor. Sollten bei einer Erweiterung landwirtschaftliche Flächen verloren gehen, ist aus NABU-Sicht zu befürchten, dass die Landwirtschaft in die Streuobstbestände ausweicht und Bäume gerodet werden. Der NABU drängt darauf, dies zu vermeiden. Die Steinbrucherweiterung solle so erfolgen, dass der Naturbestand im Bereich des Steinbruchs dauerhaft verbessert werde. Ob die geplante Steinbrucherweiterung letztendlich natur- und umweltverträglich sein wird oder nicht, kann vom NABU laut Pressemitteilung jedoch erst beurteilt werden, wenn im Rahmen des Genehmigungsverfahrens Untersuchungsergebnisse sowie genauere Planungen vorliegen. Der Dialog zwischen Naturschutz und Industrie soll in Enzberg fortgesetzt werden.
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