Deutsche Fleischindustrie scharf kritisiert
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Unter anderem ein generelles Verbot von Werkverträgen hat die Linke Pforzheim am Freitag auf dem Leopoldplatz vor rund 30 Zuhörern gefordert. Anlass waren die massenhaft aufgetretenen Corona-Infektionen unter Mitarbeitern der Firma Müller-Fleisch.
Michel Brandt, Linken-Bundestagsabgeordneter, und Elwis Capece (im roten T-Shirt am Schaufenster), Gewerkschaft NGG Mittelbaden-Nordschwarzwald, sprechen am Freitag in Pforzheim. Foto: Wewoda
Pforzheim/enzkreis. In Bezug auf die Firma Müller-Fleisch und die Fleischindustrie in Deutschland generell hält Michel Brandt, Karlsruher Bundestagsabgeordneter der Linken, „das sofortige Verbot von Werkverträgen und Subunternehmertum“ für unabdingbar. Michel Brandt sagte ferner: „Es kann nicht sein, dass in den Schlachthöfen ein gnadenloser Preiskampf auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird.“ Die Vergangenheit habe gezeigt, dass freiwillige Selbstverpflichtungen seitens der Unternehmen nutzlos seien, so Brandt. Die staatlichen Kontrollbehörden müssten sofort konsequent handeln, denn der Arbeits- und Gesundheitsschutz für die Beschäftigten sowie das Tierwohl dürfe nicht alleine den Unternehmen überlassen werden. Er und andere Redner, unter ihnen Elwis Capece, Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG in der Region Mittelbaden-Nordschwarzwald, forderten zudem menschenwürdige Unterkünfte für die Beschäftigten und einen brancheneinheitlichen Mindestlohn von 13 Euro für alle in der Fleischindustrie Beschäftigten. Capece kritisierte die Geschäftsführung von Müller-Fleisch scharf für deren Aussage, die per Werkvertrag über Subunternehmen angestellten Mitarbeiter aus osteuropäischen Ländern würden ihre Unterbringung in Massenunterkünften selbst befürworten, weil sie so gesellig seien. Dies verurteilte Capece als „latenten Rassismus“. Er sagte weiter: „Es kann kein Recht geben auf unter asozialen Bedingungen hergestellte Produkte in Deutschland.“ Peter Pfeiffelmann, Vorstandsmitglied der Linken Pforzheim/Enzkreis, meinte zu den von den Behörden ergriffenen Maßnahmen als Reaktion auf die Infektionen bei Müller-Fleisch, es sei untragbar, dass Kommunen wie Pforzheim, in denen das öffentliche Geld ohnehin knapp sei, anstelle des Unternehmens für die Kosten der Quarantäneunterbringung aufkommen müssten.
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