Der Himmel auf Wasser
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Auch wenn die Wettkampf-Saison ihre Sport in diesem Jahr komplett ausfällt, gibt es für Malin Borens aus Serres nichts Schöneres, als auf der Mosel Barfuß-Wasserski zu fahren.
Pölich. Wenn Malin Borens und ihre Eltern Heiner und Susanne einem Fachfremden die Faszination Barfuß-Wasserski näherbringen möchten, greifen sie entweder auf ihre zahlreichen Erinnerungen aus den vergangenen drei Jahren oder schlicht ihre Smartphones zurück. Unzählige Videos und Bilder sind seit ihrem Wettkampf-Debüt 2016 zusammengekommen, und selbst wenn man nur einen Bruchteil davon gesehen hat, werden die Grundzüge dieser Extrem-Sportart deutlich: Ein junger Kerl lässt sich von einem Motorboot mit einem Affenzahn über Wasser ziehen, hat außer einem Neoprenanzug nichts an und führt während der 20-sekündigen High-Speed-Fahrt einige Figuren vor. Im Idealfall lässt der Wagemutige zum Abschluss entspannt das Seil los und macht Jesus beim Über-Wasser-Laufen für wenige Augenblicke Konkurrenz. Die Filmchen der Borens-Handys zeigen viele solcher schulbuchmäßigen Fahrten, die von den wenig aussagekräftigen Lobhudeleien englischsprachiger Kommentatoren akustisch begleitet werden. Als wäre das nicht genug der amerikanischen Sport-Folklore, laufen im Hintergrund seichte 80er-Jahre-Klassiker, die selbst die spektakulärsten Stürze harmlos erscheinen lassen. Bei „Feels like heaven“ von Fiction Factory legt Malin Borens einen solchen vorzeitigen Abgang hin, und allzu viel Himmlisches, so versichert die 15-Jährige mit Blick auf die Sequenz, habe sie in diesem Moment nicht gespürt.
Morgens auf der Mosel: Ganz entspannt lässt sich Malin Borens am kurzen Seil über das glatte Wasser ziehen.Fotos: Friopics
Warum sich die Nummer der schottischen Band dennoch perfekt als Theme-Song für die junge Barfuß-Wasserskifahrerin eignet, wird bei einem Trainingsbesuch in Pöhlich deutlich. An einem jungen Samstagmorgen – zarte Nebelschwaden schwingen sich um die schattigen Berghänge – geht es auf dem Campingplatz direkt an der Mosel los. Nach dem mühsamen Aufstehen – „gestern Nacht wurde es ein bisschen zu spät“ – sammelt die Jugendliche ihre Ausrüstung zusammen und bespricht mit Papa Heiner das Programm.
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