Den Lernprozess erleichtern
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Mühlacker-Lomersheim. „Die Grundschrift ist nicht mit der Druckschrift gleichzusetzen“, stellt Klassenlehrerin Petra Schäfer, die die Grundschrift unterrichtet, von vornherein klar. Dies sei ein häufiger Kritikpunkt, der aber nicht zutreffe. Im weiteren Lernprozess sei auch bei diesen Buchstaben die Verbindung wichtig – Lettern mit Abschwung erhalten am Ende einen Wendebogen. Auch die Grundschrift sei eine Handschrift, die aber sehr gut lesbar und bereits eng an die Erwachsenenschrift angelehnt sei. Ein weiterer Vorteil der neuen Schrift: Es sei keine Lineatur mehr vorgeschrieben – es könne frei oder nur auf der Grundlinie geschrieben werden. Die Grundschrift sei eingeführt worden, da viele Eltern von Problemen ihrer Kinder mit der vorhergehenden Vereinfachten Ausgangsschrift berichtet hätten. In der neuen Schrift müsse nun nach der Druckschrift keine komplett neue Schreibschrift mehr gelernt werden, und der Lese- und Schreiblehrgang könne dadurch parallel stattfinden. Ein wichtiger Aspekt in der Vereinfachung sei auch der Wegfall der Richtungswechsel, die für viele Kinder ein großes Problem darstellten.
Klassenlehrerin Petra Schäfer schreibt in der neuen Grundschrift an die Tafel.
Rektorin Susan Jentzsch und Petra Schäfer sehen diesen Schritt zur nochmals vereinfachten Schrift „durch die abnehmende Feinmotorik“ ihrer Schüler begründet. Dieser Schriftwechsel komme damit einem Anpassen an die Gegebenheiten gleich. Doch diese geringeren Fähigkeiten sollen nicht einfach hingenommen werden, sondern durch das musikalische und kreative Profil, in dem besonders Petra Schäfer sehr engagiert ist, ausgeglichen werden. Nach einem Elternabend für die Eltern der damaligen Vorschulkinder im Januar, bei dem die Vereinfachte Ausgangsschrift kritisiert wurde, sei klar gewesen, dass die Schule nach einer neuen Schrift suchen müsse, und mit der Grundschrift seien die Verantwortlichen fündig geworden. Nach ausgiebiger Recherche hätten im Frühjahr die Gesamtlehrerkonferenz und der Gesamtelternbeirat für die Grundschrift gestimmt. Auch bei den Eltern der damaligen Vorschulkinder sei der Vorschlag auf ein positives Echo gestoßen. Daraufhin, erläutern Jentzsch und Schäfer, habe sich die Schule beim Staatlichen Schulamt für den Modellversuch beworben und im Sommer den Zuschlag erhalten.
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