Das Publikum dankt untertänigst

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Württembergische Landesbühne Esslingen bietet im Mühlehof eine fesselnde Bühnenfassung von Heinrich Manns „Der Untertan“

Ein Klassiker – aber von zeitloser Wucht und Aktualität. In einer packenden Inszenierung zeigt die Württembergische Landesbühne Esslingen Heinrich Manns „Der Untertan“ im Mühlacker Mühlehof.

Da fühlt sich der Mitläufer wohl: In der Verbindung Neuteutonia wird von Diederich (vorne: Martin Theuer) nichts verlangt außer dem Talent, zu trinken und mit dem Strom zu schwimmen.

Da fühlt sich der Mitläufer wohl: In der Verbindung Neuteutonia wird von Diederich (vorne: Martin Theuer) nichts verlangt außer dem Talent, zu trinken und mit dem Strom zu schwimmen. Foto: Fotomoment

Mühlacker. 100 Jahre vor „Fifty Shades of Grey“ hat der ältere Bruder des Nobelpreisträgers Thomas Mann die Lust an der Unterwerfung beschrieben, doch die Charakterstudie, die in den Jahren zwischen 1906 und 1914 in Anbahnung des Ersten Weltkriegs entstand, wird mit Sicherheit länger überdauern als das neuzeitliche Skandalwerk. Diederich Heßling, der nach oben buckelt und nach unten tritt, ist eben kein reines Kind seiner Zeit, wie Autor Heinrich Mann (1871 - 1950) mit scharfem Blick erkannte: „Man kann auch in der Republik ein rechter Untertan sein“, schrieb er 1929, als sich schon neues Unheil ankündigte, im Vorwort zur neuen Ausgabe. „Dafür ist nicht nötig, dass man Herrscher verehrt und nachäfft. Dafür genügt, dass man irgendeine andere Macht gewähren lässt, vielleicht die Geldmacht.“

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