Corona trifft die Schwächsten hart

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Augenzeugen berichten unserer Zeitung von der Situation im Flüchtlingscamp Moria auf Lesbos. Scheinbar gibt es mehr Virusinfektionen, als die offiziellen Verlautbarungen glauben machen wollen. Junger Afghane hält an seinen Träumen fest.

Moria/Enzkreis. Vor einer Woche ist im überfüllten Flüchtlingscamp in Moria auf der Insel Lesbos der erste Corona-Fall gemeldet worden. Diese Nachricht zweifelt Konrad Reuter, der sich in Illingen und Vaihingen in der Flüchtlingshilfe engagiert hat und jetzt in Berlin lebt, an. Seine Befürchtung: Es wäre ein Wunder, wenn das Virus nicht schon länger grassiere und mehr Menschen infiziert seien.

Corona trifft die Schwächsten hart

Die (Familien-)Idylle, die das Foto aus Thessaloniki suggeriert, ist nur die halbe Wahrheit. Mohammed und Aliyeh Jafari sind zwar der Hölle von Moria (Bilder unten) entkommen, aber ihre Zukunft steht nach wie vor in den Sternen. Fotos: privat

Unsere Zeitung hat deshalb nachgefragt und dabei einen direkten Draht genutzt. Reuter hat in Moria im März 2020 den jungen Afghanen Mohammed Jafari kennengelernt. Nach einer Odyssee ist er mittlerweile in Thessaloniki gelandet, hat für uns aber bei Bekannten in Moria nachgefragt. Ihre Nachrichten unterscheiden sich von den offiziellen Meldungen und geben Anlass zu großer Sorge. Laut Mohammed Jafari gab es bereits am 1. September sieben Corona-Fälle in Moria, zwei Tage später waren es zwölf. Vier von ihnen, so Mohammed Jafari, stammen aus Afghanistan, acht aus verschiedenen Ländern Afrikas.

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