Burka und Niqab: Alte Debatte neu entbrannt
Archiv
Kultusministerin will Schulgesetz ändern – Rechtsanwalt Memet Kilic sieht religiöse Symbole in der Schule generell eher kritisch
Enzkreis/Mühlacker. Nach dem Urteil des Hamburger Oberverwaltungsgerichts, das einer 16-Jährigen gestattet, mit einer Niqab verschleiert am Berufsschulunterricht teilzunehmen, hat Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) angekündigt, das Schulgesetz des Landes so anzupassen, dass künftig Rechtssicherheit herrscht, indem die Vollverschleierung an Schulen generell verboten wird – und damit eine seit Jahren schwelende Debatte neu angestoßen. Bereits 2016 hatte die FDP-Landtagsfraktion in einem Gesetzentwurf „zur Gewährleistung offener Kommunikation und Identifikation“ angeregt, das Verhüllen oder Verschleiern des Gesichts in bestimmten Situationen zu untersagen. Dazu sollte auch ein Verschleierungsverbot für Beamtinnen während des Dienstes sowie ein Verschleierungsverbot an Schulen und Universitäten gehören.
Passen Burka oder Niqab in ein modernes Europa?Foto: Adobe Stock ©RAMZI_HACHICHO
Der Rechtsanwalt und ehemalige grüne Bundestagsabgeordnete für Pforzheim und den Enzkreis, Memet Kilic, der jetzt im Wahlkreis Pforzheim für den Landtag kandidieren möchte, hat damals in einer Anhörung als Vorsitzender des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrates zu dem Gesetzentwurf Stellung genommen und ihn dabei auch als Jurist aus verschiedenen Blickwinkeln gewürdigt. Dabei erachtete er beispielsweise den Entwurf der Liberalen für das Schulgesetz als sinnvoll und gut begründet. Am Ende fand der Gesetzentwurf aber keine Mehrheit im Landtag, so dass bis heute keine Rechtssicherheit herrscht, ob Schülerinnen eine Verschleierung untersagt werden kann.
Wir freuen uns, dass Sie sich für
einen Artikel interessieren.
Jetzt registrieren und weiterlesen.
- ➔ Alle Webseiteninhalte
-
➔ Inklusive aller
Artikel
- ➔ Jederzeit kündbar
Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen