Buchhalterin Opfer von Millionenbetrug
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Geschädigte Firma wird 1,6 Millionen Euro wohl nie wieder sehen
Pforzheim. Knapp 1,6 Millionen Euro sind im vergangenen Oktober vom Konto einer Pforzheimer Schmuckfirma verschwunden. Die Buchhalterin des Unternehmens hatte die Summe nach China überwiesen. Auf Anweisung ihres Chefs – wie sie glaubte. Dort ist der Betrag im Nirgendwo versickert.
Die Frau war auf Betrüger hereingefallen, hatte in den angeblichen Mails ihres „Chefs“ übersehen, dass dessen Absender nicht „de“ lautete, was für Deutschland steht, sondern „st“. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich der Inselstaat Sao Tomé und Principe, der an der Westküste Afrikas liegt. Die Firma feuerte die Buchhalterin fristlos. Dagegen hatte die 54-Jährige geklagt. Der Fall wurde Mitte der Woche vor dem Arbeitsgericht in Pforzheim verhandelt. Nach heftigem Geplänkel der Anwälte der Streitparteien, die sich gegenseitig Unterstellungen in Richtung Betrug machten, konnte Richter Matthias Menne einen Kompromiss durchsetzen. Zwar habe die Frau ihrem Arbeitgeber 15 Jahre lang tadellos gedient, aber das Vertrauensverhältnis sei zerrüttet, eine Weiterbeschäftigung nicht möglich, so der Richter. Die fristlose Kündigung müsse jedoch in eine des „gegenseitigen Einvernehmens“ umgewandelt werden. Ansprüche der beiden Streitparteien wie Urlaubsgeld oder Schadenersatz entfallen. Von einem Vorsatz der Buchhalterin ging Menne nicht aus. Dass das Geld je wieder auftaucht, daran glaubt keiner der Prozessbeteiligten.
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