Bomben und Tote sind kein Asylgrund

Archiv

Hal-Mohammad Abdol-Rahim ist integriert, für seinen Chef ein unersetzbarer Mitarbeiter und hat trotzdem Angst um seine Zukunft

„Immer mehr Jobs für Flüchtlinge im Land“, lautete unlängst eine Schlagzeile unserer Zeitung. Doch hinter dieser Schlagzeile verbergen sich auch Menschen, die einen festen Arbeitsplatz, aber trotzdem Albträume wegen ihrer Zukunft haben. Das zeigt die Geschichte von Hal-Mohammad Abdol-Rahim.

Bomben und Tote sind kein Asylgrund

Andreas Beier möchte seinen Mitarbeiter Hal-Mohammad Abdol-Rahim nicht missen. Foto: Goertz

Enzkreis. Jutta Dürr und Andreas Beier sind heilfroh, dass sie Hal-Mohammad Abdol-Rahim im Team ihres Fleischerei-Fachbetriebs mit Partyservice in Remchingen haben. „Ich weiß nicht, was wir machen, wenn wir ihn wieder verlieren. Seine Stelle lässt sich nicht so leicht wieder besetzen“, sagt Jutta Dürr. Das Damoklesschwert schwebt über dem Kopf von Abdol-Rahim. Am 22.August 2016 wurde der Asylantrag des 30-jährigen Afghanen abgelehnt. Er genießt auch keinen besonderen Schutz. „Der Antragsteller wird aufgefordert, die Bundesrepublik innerhalb von 30 Tagen (...) zu verlassen“, heißt es in der Entscheidung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge wörtlich. Da Abdol-Rahim Einspruch gegen diese Entscheidung eingelegt hat, ist sein Verfahren noch in der Schwebe. Besonders gut scheinen seine Karten allerdings nicht zu sein. „Das Verwaltungsgericht hat den Einspruch abgewiesen, unsere Berufung wurde nicht zugelassen, jetzt ist eine Sammelklage, über die voraussichtlich im Herbst entschieden wird, unsere letzte Hoffnung“, berichtet Gretel Urbitsch, die Abdol-Rahim ehrenamtlich betreut und ihm auch die Stelle bei Dürr & Beier vermittelt hat.

Wir freuen uns, dass Sie sich für einen logo Artikel interessieren. Jetzt registrieren und weiterlesen.

  • Alle Webseiteninhalte
  • Inklusive aller logo Artikel
  • Jederzeit kündbar

Sie sind bereits Abonnent? Hier einloggen

Artikel empfehlen