Blau-Gelb trennt sich von Kremer

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Mühlacker. Es schien ein Glücksgriff zu sein, und verhieß einen Aufschwung für den Handball in Mühlacker. Ein Trainer, mit klarem Konzept, der bereits bei einem Bundesligisten erfolgreich im Nachwuchsbereich gearbeitet hat, könnte den HC Blau-Gelb doch einen großen Schritt nach vorne bringen, so die Hoffnung, als der Landesligist Matthias Kremer im Sommer als Trainer engagierte. Doch es kam anders. Die Philosophie Kremers wollte einfach nicht zum Verein und zur Mannschaft passen. Die Folge: Frust und Unzufriedenheit auf beiden Seiten. Einige Spieler trugen sich sogar mit dem Gedanken, die Mannschaft zu verlassen, ist aus dem Umfeld des HC zu hören. Blau-Gelb-Präsident Thomas Ufrecht sieht die Angelegenheit im Nachhinein nüchtern.„Wir sind bester Dinge auseinandergegangen“„Der Plan und die Vorstellungen von Matthias Kremer sind ja nicht schlecht. Eigentlich sogar eine Primaidee, das Training leistungsorientiert aufzuziehen“, findet Ufrecht. Doch vielleicht hat der Handballlehrer dessen Methoden beim TV Lützellinden und dem Bergischen HC funktionierten, die Blau-Gelben mit seinen Ansprüchen überfordert. Drei Dutzend Testspiele absolvierte Blau-Gelb Mühlacker in der Saisonvorbereitung, die Mannschaft bolzte Kondition, trainierte sechsmal pro Woche. „Die können vor lauter Kraft kaum noch laufen“, beobachtet der Vorsitzende.

Zu ehrgeizig für einen Landesligisten? Jedenfalls gehen Matthias Kremer und Blau-Gelb Mühlacker wieder getrennte Wege. Foto: Eigner

Zu ehrgeizig für einen Landesligisten? Jedenfalls gehen Matthias Kremer und Blau-Gelb Mühlacker wieder getrennte Wege. Foto: Eigner

„Es hat nicht gepasst, das ist wohl der treffende Ausdruck“, bedauert der scheidende Trainer. Matthias Kremer verlässt Mühlacker ohne Groll: „Wir sind bester Dinge auseinandergegangen.“ Worüber der Coach letztendlich gestolpert ist: „Blau-Gelb Mühlacker ist ein Verein, der vom Miteinander und dem Sich-Mögen lebt. Ich aber lebe für den Erfolg“, so beschreibt es Kremer selbst. Zwar gebe es in der Mannschaft, „einige Leistungsträger, die den Weg mit mir hätten gehen wollen.“ Aber es gebe eben auch jene, für die Handball nach wie vor in erster Linie Freizeitvergnügen und Hobby sein solle. Die hatten offenkundig auf ehrgeizigen Konzepthandball keine Lust und sträubten sich dagegen, sich in strenge taktische Disziplin zu fügen und mehr als zweimal pro Woche zu trainieren – so jedenfalls der Eindruck Kremers.

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