Biedermeier-Zeit in den Enzgärten
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Gruppe des Illinger Chors Eintracht sorgt für einen Augenschmaus der besonderen Art
Mühlacker. Das fällt auf: Einige Frauen flanieren im Reifrock über die Gartenschau, und die dazugehörigen Herren tragen einen Frack mit Zylinder. Schon vier Mal ist die Biedermeier-Gruppe vom Illinger Chor Eintracht in den Enzgärten unterwegs gewesen. Dabei haben die Mitglieder ausschließlich gute Erfahrungen gemacht, wie Martina Haußmann, die Sprecherin der Gruppe betont. Denn die Frauen und Männer sind nicht nur in ihren Kostümen links und rechts der Enz spaziert, sondern dabei auch mit zahlreichen Besuchern ins Gespräch gekommen. „Manche wussten schon, in welches Zeitalter unsere Kostüme gehören“, so Martina Haußmann, „andere wollten wissen, wen wir darstellen oder woher wir unsere Kostüme bekommen.“ Damit die Biedermeier-Verkleideten auch entsprechend Auskunft geben konnten, hat Haußmann im Vorfeld die wichtigsten Fakten zusammengetragen und entsprechend weitergegeben. Die Biedermeierzeit dauerte von 1815 bis 1848, schloss sich also an die napoleonische Zeit an. Revolutionäre Ideen und demokratische Gedanken waren fürs Erste zurückgedrängt, die Fürsten und Könige in Deutschland herrschten wieder absolut, die Bevölkerung zog sich vielfach ins Private zurück und machte es sich gemütlich. Der Namensgeber für diese Epoche war eine fiktive Figur namens Herr Biedermeier, ein dichtender schwäbischer Dorflehrer mit einfachem Gemüt.
Der Hitze wegen flanieren die Damen am Samstag weniger, als dass sie am Wegesrand auf interessierte Besucher warten Foto: Peter Laible
Auf diesen durchaus farbenfrohen Ausschnitt der Geschichte sind die Illinger Sängerinnen und Sänger durch ein Chorprojekt gekommen. 2008 stand bei den Illingern musikalisch alles im Zeichen von Johann Strauss und Wien. Entsprechend wollte man sich für das Konzert auch passend kleiden. Einige Recherche-Stunden später stand fest, dass man sich im Biedermeier-Stil präsentieren möchte. „Daraufhin haben wir zu zweit viele Kleider ersteigert“, erinnert sich Martina Haußmann. Die Hüte indes mussten selbst nach einer Vorlage geschneidert werden. „Davon haben wir nicht so viele kaufen können“, erklärt die Initiatorin. Während der Recherche hat sie zudem Kontakte zu anderen Biedermeier-Interessierten geknüpft, und so kam es auch zu kostümierten Auftritten in Bad Steben und Lohr.
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