Bescherung live auf der Bühne
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Ötisheim. Der Auftritt an den Festtagen ist für das „Holztrio“, das in der Erlentalhalle in großer Besetzung mit Begleitband und Background-Sängerinnen auftreten wird, eine jahrelange Tradition. Doch für einen der drei Bandkollegen, die seit 17 Jahren eine Einheit bilden, stehen die Feiertage unter besonderen Vorzeichen. Harry Klenk hat in diesem Jahr nicht nur den 50. Geburtstag gefeiert, er fühlt sich auch, nach jahrelanger Leidenszeit, wie neu geboren. Ein Jahr zuvor erholte er sich an Weihnachten von einer schweren Operation mit ungewissem Ausgang, die wegen einer chronischen Darmerkrankung – medizinisch: Colitis ulcerosa – unumgänglich geworden war. Nach einem Dutzend Klinikaufenthalten bedeutete der Eingriff im Robert-Bosch-Krankenhaus die Chance auf ein beschwerdefreies Leben. Dafür fiel erstmals seit Jahren der X-Mas-Rock aus.
Nachdenklich, aber auch voller Vorfreunde auf den X-Mas-Rock: Musiker Harry Klenk hat ein bewegtes Jahr hinter sich – und an den Festtagen wird ihm das noch einmal richtig bewusst.
Umso mehr freut sich Klenk auf die Rückkehr an der Seite von Manfred Wirth und Frank Schmidt, mit denen er seit der Gründung des „Holztrios“ geschätzte 500 bis 600 Auftritte absolvierte und seit der Premiere des Weihnachtskonzerts 2000 in Lomersheim alle Jahre wieder die Hallen füllt. Ein ausgesprochen besinnlicher Ausklang der Festtage ist in Ötisheim nicht zu erwarten, doch selbst wenn es das Publikum nicht auf Anhieb heraushören sollte: Bei Sänger und Gitarrist Harry Klenk wird, wenn er wieder in die Saiten greift, ein nachdenklicher Ton mitschwingen. „Das vergangene Jahr lässt einen manche Dinge doch anders sehen“, sagt er rückblickend. „Und Weihnachten ist ohnehin die Zeit, in der man sich ins Bewusstsein ruft, was wirklich wichtig ist.“„Ich hielt mich für einen gestressten Menschen, bis ich merkte, dass die Krankheit den Stress macht“Familie, Freunde, Fans – nach Jahren, in denen er sich getrieben und gestresst fühlte und erst spät erkannte, dass die Krankheit der eigentliche Stressfaktor war, bot die Operation – kurz nach einem beruflichen Wechsel nach Wörth am Rhein – die Gelegenheit zum Neuanfang, der sich auch in den ersten öffentlichen Auftritten auf anderem künstlerischen Gebiet Ausdruck verschaffte: „Farbkleckse“ nannte Klenk Ende Mai, in der guten Tradition des „Holztrios“, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen, seine Ausstellung im Mühlacker Krankenhaus. Zurzeit sind seine Bilder im Ärztehaus Vaisana in Vaihingen zu sehen, und allein schon die Schauplätze zeigen, wie eng die Verbindung zur medizinischen Abteilung geworden ist.
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