Bel ami im Steinhaus
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Musik der 20er und 30er Jahre
Knittlingen. Es gibt Abende, da stimmt einfach alles. Das Glück, einen solchen Abend zu erleben, hatten über 90 Konzertbesucher jetzt im Knittlinger Steinhaus. Reizend war schon der Empfang der Gäste durch Celine und Tim, stilgerecht gewandet und frisiert. Die beiden Zwölfjährigen agierten in nobler Zurückhaltung im Service. Hauptpersonen waren die Sängerin Petra Markowetz und ihr Begleiter am E-Piano Simon Bahlinger mit ihrem knapp zweieinhalbstündigen Programm „Ich brauche keine Millionen“. Sie nahmen ihre Gäste mit auf eine Zeitreise in die 20er und 30er Jahre, in denen nach dem verlorenen Krieg und dem Elend der weltweiten Wirtschaftskrise gesellschaftliche Umbrüche an der Tagesordnung waren.
Petra Markowetz und Simon Bahlinger sorgen für einen unterhaltsamen Abend. Foto: Filitz
Verrucht, frivol bis zuweilen auch skandalös ging es damals zu. Texte, nur oberflächlich hingehört, klangen oft banal. Aber hinterfragt umschlossen sie mitunter die ganze Misere der Zeit. Der Sängerin gelang es, mit ihrer Auswahl der „Hits“ der Stars von damals wie Marika Rökk, Zarah Leander, Marlene Dietrich und anderen genau den richtigen Ton zu treffen. „In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine“, „Bel ami“, „In der Bar zum Krokodil am schönen blauen Nil“, „Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln geh’n“, um nur einige zu nennen, trug sie mit viel Gespür für Situationskomik vor, mit lebhafter Mimik und überzeugender Körpersprache, die vom kindlich unschuldigen Blick und verschämt niedergeschlagenen Augen bis zur ausgefuchsten Femme fatale reichte. Viele Lieder waren den Zuhörern bekannt. Rufe und frenetischer Applaus mischten sich mit herzhaftem Gelächter.
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