Bei Harman Becker werden über 140 Jobs abgebaut
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Betriebsrat und IG Metall senden Hilferuf an die Landesregierung
Karlsbad-Ittersbach (pm). Beim Auto-Elektronik-Hersteller Harman Becker in Karlsbad werden weiter Stellen abgebaut. Laut Gewerkschaft rollt jetzt die nächste Kündigungswelle. Von rund 1100 Jobs sollen in Karlsbad 148 wegfallen. „Alles in allem wird es noch zu 80 Kündigungen kommen“, teilt die IG Metall Pforzheim mit. Zusätzlich würden den Mitarbeitern noch Aufhebungsverträge angeboten. Vor allem im Entwicklungsbereich sollen die Stellen gestrichen werden. Die IG Metall hat mit der Geschäftsleitung einen Sozialplan erarbeitet. Dazu sagt Betriebsratsvorsitzender Klaus Rupp: „Wir haben zwar einen respektablen Sozialplan mit entsprechenden Abfindungen und die Gründung einer Transfergesellschaft erreicht. Aber jede Entlassung ist eine Entlassung zu viel.“ Nach Angaben der IG Metall habe es in der Belegschaft wegen des Vorgehens der Unternehmensführung beim Stellenabbau große Unruhe gegeben. Sogar Beschäftigten im Alterskündigungsschutz, Betriebsräten, Jugendvertretern und schwerbehinderten Mitarbeitern seien Aufhebungsverträge vorgelegt und Kündigungen angedroht worden.
Der Betriebsrat ist davon überzeugt, dass der Standort Karlsbad eigentlich nicht schlecht dasteht, und beruft sich diesbezüglich auf die Analyse eines Sachverständigen des IMU-Instituts. Rupp macht politische Entscheidungen der Konzernmutter Harman International in den USA für den Stellenabbau verantwortlich. „Diese Entscheidungen sollen um jeden Preis umgesetzt werden. Das bestätigt auch die harte Linie der Geschäftsleitung, die zu keinen Kompromissen bereit war.“ Vor diesem Hintergrund befürchten Betriebsrat und Gewerkschaft, dass Harman weitere Jobs in Billiglohnländer verlagern will. Damit seien womöglich weitere Stellen in Karlsbad gefährdet. Mit Hilfe des IMU-Instituts hat die Arbeitnehmerseite nun ein eigenes Zukunftskonzept für Harman Becker entwickelt und eine Resolution an die Landesregierung auf den Weg gebracht, die fordert, Entwicklung und Produktion in Deutschland zu sichern. Das Papier wurde in dieser Woche in Karlsbad an den Mittelstandsbeauftragten der Landesregierung, Peter Hofelich, sowie Ministerialrat Günter Stotz vom Wirtschaftsministerium überreicht.
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