Bankangestellte verprasst 650000 Euro

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Mitarbeiterin genehmigt sich selbst immer höhere Kreditrahmen

Enzkreis. Am Anfang war es der Wohnwagen. Am Ende waren es 650000 Euro Schulden, die als Miese auf dem Konto der Bankkauffrau aus dem Enzkreis aufgelaufen waren. Knapp 158000 davon sind Zinsen, die im Laufe der Zeit auf den Girokonten anfielen. Gestern setzte das Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Karl-Michael Walz den juristischen Schlusspunkt unter das kopflose Treiben: Die unbescholtene und in ihrer Bank beliebte und geschätzte Frau wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt. Eine Bewährung, auf die Verteidiger Christian Fuhrmann plädierte, ist damit ausgeschlossen. Staatsanwältin Christine Roschinski hatte drei Jahre und acht Monate beantragt. Ohne das umfassende Geständnis wären es auch über drei Jahre geworden, erklärte der Vorsitzende in der Urteilsbegründung.

Begonnen hatte wohl alles 2004 mit einem Wohnwagen, für den Zubehör gekauft werden musste. Da gab die Frau, vornehmlich für ihre Familie, mehr aus, als sie an Gehalt bekam. „Ich dachte in der Bank, dass ich mich nicht genug um mein Kind kümmere, zu Hause dachte ich, ich müsse mehr arbeiten“, begründete sie ihre Zerrissenheit. Als die Hausrenovierung 2008 anstand, war ihr Konto schon überzogen. So erhöhte sie den Kreditrahmen von 100000 auf 200000 Euro, stopfte mit neuen Krediten alte Löcher, nahm unsinnige Zinsen in Kauf und manipulierte die höheren Kreditrahmen durch die Computer gerade abwesender Mitarbeiter. Dadurch sah es aus, als sei das „Vier-Augen-Prinzip“ erfüllt und der Kreditrahmen genehmigt worden.

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