„Bahnkunden in Geiselhaft“

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Reaktionen aus Gewerkschaftskreisen auf den Arbeitskampf der Lokführer

Enzkreis. Hat sie Verständnis für den Streik der Lokführer? Susanne Wenz zögert einen Augenblick. „Diese Frage kann ich nur schwer mit Ja oder Nein beantworten“, sagt die Bezirksgeschäftsführerin der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di. „Ich habe Verständnis für einen Arbeitskampf, wenn er notwendig ist. Wenn es bei einem Streik nicht nur um Lohnforderungen und Arbeitszeiten geht, sondern vor allem um die Frage ,Wen darf ich als Tarifpartner vertreten‘, dann habe ich kein Verständnis für den Arbeitskampf.“

Auch Martin Kunzmann, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Pforzheim, hat auf die Frage keine einfache Ja-Nein-Antwort parat. Vielmehr betont er, dass das Streikrecht ein hohes Gut sei und dass Streiks ohne Auswirkungen für die Arbeitgeber sinnlos seien. Allerdings müssten die Gewerkschaften die Bevölkerung mitnehmen und die Ziele ihres Streiks kommunizieren. Vor allem dann, wenn wie bei den Lokführern die breite Öffentlichkeit betroffen ist. Hier sieht Kunzmann bei der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) Defizite. „Die meisten Menschen wissen doch gar nicht, worum es bei dem Streik geht.“ Dass dann bei vielen Bahnkunden, die von dem Streik betroffen seien, Unmut aufkomme, sei allzu verständlich, findet Kunzmann und betont: „Die Gewerkschaften müssen verantwortungsvoll mit dem Streikrecht umgehen.“

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