Badener philosophiert in Schwaben

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Enzgärten: Mundartdichter Hurst auf der Sparkassen-Bühne

Mühlacker. Von Ettlingen aus fährt man nach Freiburg „nunner“ und zu den Schwaben nach „hinne“. Mühlacker aber, das liegt für „hinne au weit vorne...“ Geografie frei nach Harald Hurst. Am Donnerstag stellte der badische Mundartdichter auf der Sparkassen-Bühne über 400 Gartenschaubesuchern sein neues Buch vor. „Mol gucke“ heißt der in einem wohlgemerkt schwäbischen Verlag erschienene neue Band, den Hurst aus Ettlingen mitgebracht hatte. Und nicht nur den. Weil eine Lesung „In den Enzgärten“ so poetisch anmutet, dachte sich der 70-Jährige, dass eine musikalische Begleitung nicht verkehrt sein könne. Spontan reiste er nicht so ganz uneigennützig mit dem Gitarristen Volker Schäfer an. Uneigennützig deshalb, weil Hurst von Schäfer zu den Schwaben gefahren wurde. Begleitet von der freundlichen Damenstimme des Navi. Die sei kein bisschen beleidigt gewesen, obwohl ihr keiner zuhörte – völlig untypisch für das weibliche Geschlecht, stellte Hurst fest und war schon mitten im Babbeln. „Ob ich in Mühlacker öffentlich faulenzen könnte?“ Hurst war sich ob der Mentalitätsunterschiede von Schwaben und Badenern nicht so sicher. In Heidenheim an der Brenz, da war er sich ganz sicher, da geht das nicht: „Das liegt noch weiter hinten.“

Autor Harald Hurst.

Autor Harald Hurst. Foto: Stahlfeld

Hinten, vorne – auf jeden Fall aber weg. „Fernweh“ heißt eines der Gedichte im neuen Band, das Hurst auf die ihm eigene Art, Unterbrechungen inklusive, vortrug. In einem Gedicht dürfe kein Wort zu viel sein, weihte er das Publikum ein: „Ein Gedicht muss dicht sein. Sonst tropft an einer Stelle raus.“

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