Anschluss verpasst
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Zu „Langsamer, als der Fahrplan erlaubt“ vom 29. November:
Laut diesem Artikel zur Bahn-(un)pünktlichkeit gelten nach Aussage der Bahn alle Züge als pünktlich, die nicht mehr als sechs Minuten verspätet sind. Was für eine seltsame Auslegung von Pünktlichkeit. Möchte man – zum Beispiel von Ludwigsburg kommend – in Mühlacker vom Heidelberger Regionalexpress auf die Stadtbahn in Richtung Pforzheim wechseln, hat man eine Umsteigezeit von nur vier Minuten, die durchschnittliche Verspätung des Regionalexpress liegt aber bei fünf bis sechs Minuten. Die Folge: Trotz vermeintlich „pünktlichem“ Zug wird regelmäßig der Anschlusszug verpasst, und man verbringt Monat für Monat sinnlose Stunden im Bahnhof Mühlacker mit Warten auf die nächste Verbindung eine halbe Stunde später, oder man stellt das Auto in Mühlacker ab beziehungsweise lässt sich ständig abholen. Eine Chance auf den regulären Anschluss hat man nur, wenn der Stadtbahnfahrer gnädig ist und eine eigene Verspätung in Kauf nimmt, um die Bahnreisenden aufzunehmen. Die Sechs-Minuten-Regel der Bahn hat nur den Zweck, eine noch unterirdischere Pünktlichkeitsquote zu vertuschen. Pünktlich bedeutet pünktlich oder allenfalls ein bis zwei Minuten später. Und die Bahn hat auch kein wirkliches Interesse mehr daran, dieses seit Jahren bekannte Problem in Angriff zu nehmen, weil sie die Strecke 2019 ohnehin an die Konkurrenz abgeben muss.
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