Anklage fordert zwölf Jahre und sechs Monate Haft
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Stuttgart/Illingen (eig). Der Prozess um die Prügelattacke gegen den Illinger Fechttrainer Wladimir Resnitschenko im vergangenen August zieht sich vor dem Stuttgarter Landgericht weiter in die Länge. Immerhin aber wurden am Donnerstag die ersten Plädoyers gehalten, nachdem der Verteidiger des Hauptangeklagten Klaus Schön zuvor noch darauf beharrt hatte, erst einen Rechtsmediziner zu hören. Der vorsitzende Richter Wolfgang Hahn hatte noch am selben Morgen mit dem behandelnden Arzt im Rehazentrum Bad Wildbad telefoniert. Demnach sei Resnitschenko mittlerweile zwar vernehmungsfähig, könne sich aber an keine Geschehnisse des vergangenen halben Jahres erinnern. Daraufhin hagelte es von der Verteidigung prompt einen neuerlichen Befangenheitsantrag gegen die Richter, den vierten insgesamt in dem Verfahren. Da platzte Oberstaatsanwalt Hans-Otto Rieleder der Kragen: „Es wäre besser, sich auf das Wesentliche konzentrieren. Das sieht doch alles nach Prozessverschleppung aus“, schnauzte er in Richtung der Verteidigung.
Letztlich wurde die Beweisaufnahme dann doch abgeschlossen, und Rieleder plädierte anschließend auf zwölfeinhalb Jahre Haft nebst anschließender Sicherungsverwahrung für den 49-jährigen Hauptangeklagten. Der zweite Angeklagte sei für unterlassene Hilfeleistung zu verurteilen. Somit könnte der 52-Jährige das Gericht möglicherweise als freier Mann verlassen, da seine acht Monate Untersuchungshaft auf das Urteil angerechnet würden. Die Höchststrafe für unterlassene Hilfeleistung beträgt ein Jahr. Der Verteidiger des zweiten Angeklagten, Peter Zoller, plädierte jedoch auf Freispruch, da sein Mandant von der Attacke gegen Resnitschenko nichts mitbekommen habe.
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