Angekommen in der Hoffnungszeit

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Gedanken zum Advent von Pfarrer Dr. Lukas Lorbeer

Bis das Licht des Morgens im November zögernd durch den Nebel dringt, dauert es ziemlich lange. Nur im Dezember, der morgen beginnt, hält das Dunkel sich noch hartnäckiger, braucht das Licht des Tages noch länger, um sich durchzusetzen. Mit dem 1. Dezember beginnt aber nicht nur die dunkelste Zeit des Jahres, sondern auch eine Hoffnungszeit: der Advent. Dann, wenn das Tageslicht es am schwersten hat, wächst die Hoffnung auf Veränderung. Der, auf dessen Ankunft Christen in der Adventszeit besonders intensiv warten, steht für diese Veränderung. Er steht für eine neue Welt, in der sich nicht mehr menschlicher Machttrieb durchsetzt, sondern in der Wahrheit und Liebe über das Dunkel siegen.

Angekommen in der Hoffnungszeit

Dr. Lukas Lorbeer.

Leider haben wir heute den Eindruck, von dieser neuen Welt Lichtjahre entfernt zu sein. Autoritäre Machthaber beeinflussen in vielen Ländern Medien und Justiz und unterdrücken die Wahrheit, um ihre Macht zu befestigen. Verleumdung und Hass gegen Menschen, die anders denken, glauben oder leben, verbreiten sich auch in unserem Land – mit schlimmen Folgen für unser Zusammenleben. Im Advent erwarten die Christen einen Herrscher, der seine Macht nicht ausspielt, sondern der sie aufgibt – um den Schwächsten nahe zu sein. Dieser Herrscher verzichtet auf eine pompöse Ankunft. Er reitet auf einem Esel nach Jerusalem, ganz bescheiden – und ganz dicht bei den Menschen. Mit der Hoffnung auf sein Kommen wächst auch die Hoffnung, dass die Welt eine andere wird. Wenn wir ab morgen Adventslieder singen, geben wir dieser Hoffnung unsere Stimme.

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