Angeklagte als verhinderte Streitschlichter
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Eine Schlägerei in der Enzberger Ortsmitte hat ein Nachspiel vor Gericht – Vorwurf: gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung
Pforzheim/Mühlacker-Enzberg. „Da war ein Riesenkrach.“ – „Eine Gruppe von 15 Leuten, die mit Stöcken und Schlagringen bewaffnet ist, kommt nicht einfach so vorbei.“ – „So etwas habe ich noch nicht gesehen.“ Dass es am 10. Februar 2016 gegen 21.30 Uhr mächtig Ärger in Enzberg gab, steht fest. Alles andere ist eine Frage der Perspektive. Zwei Deutsche mit Migrationshintergrund standen bei der Gerichtsverhandlung im Fokus von Staatsanwalt Dominik Franzki. Ein 23-Jähriger und sein 32-jähriger bester Freund sollen ihre Kontrahenten in der Enzberger Ortsmitte besucht haben, um diese richtig aufzumischen. Im Schlepptau: eine Gruppe junger Männer. Ein Opfer, ein 45-jähriger Bulgare, trug einen Kieferbruch davon, der zweimal operiert werden musste. Nun standen die der Tat Beschuldigten wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung vor Gericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Oliver Weik.
Bei den unbeteiligten Beobachtern aus Enzberg hat die Sache schweren Eindruck hinterlassen, die Wahrnehmung hing dabei allerdings auch vom jeweiligen Blickwinkel der Zeugen ab. „Ich hatte den Eindruck, dass die Bulgaren sich verteidigt haben. Dabei haben sie auch zugeschlagen“, erklärte ein Anwohner, der noch nie Streit mit seinen Nachbarn hatte. „Die Angreifer sind auch auf mich losgegangen, weil sie dachten, ich gehöre dazu.“
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