Anderen Raum und Zeit geben
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Proben des Interkulturellen Theaters beginnen „spielerisch und ohne Leistungsdruck“
Die junge Internationale Theatergruppe stößt auf großes Interesse. Rollenspiele und andere Übungen prägen den Start. Foto: privat
Der Informationsabend lockte 50, die erste Probe immerhin 25 Interessierte an. Ein kunterbuntes Team aus verschiedenen Ländern füllt mittlerweile die Interkulturelle Theatergruppe mit Leben. Mühlacker. Hasan Özer, Sprecher der Türkischen Vereine und einer der entscheidenden Initiatoren der Gruppe, freute sich zum Start über die große Teilnahme an den ersten Treffen im Uhlandbau: „Die deutsche, aber auch die türkische Seite ist stark vertreten, und bis 60 Jahre gibt es alle Altersklassen.“ Bei den ersten beiden Proben sei es auch darum gegangen, „erst mal alle richtig kennenzulernen“, sagt Özer, der selbst als Schauspieler mit von der Partie ist. Konkrete Pläne für ein Stück standen dabei noch nicht im Vordergrund. Rolf Puhane, der professionelle Leiter des Theaters, weiß genau, worauf es in der Startphase ankommt. „Herr Puhane hat erst mal ganz spielerisch und ohne Leistungsdruck begonnen“, so Özer. Begeistert dabei ist Annemarie Weiss-Pfisterer. „Ich probiere mich in vielen Dingen aus, und in einem Theater mitzuspielen, hatte ich schon lange im Sinn“, so die Ötisheimerin. Ihr haben die ersten beiden Proben viel Spaß gemacht. Es gehe in erster Linie ums Warmwerden, Kennenlernen, Beobachten und darum, eigene Bewegungen zu studieren. Dafür wurden kleine Rollenspiele einstudiert. Es wurden gemischte Gruppen gebildet, und jeder sollte sich einen Charakter überlegen. „Wir hatten da einige lustige Szenen aus dem Stehgreif. Herr Özer spielte zum Beispiel einen Nudelsalat“, schmunzelte Weiss-Pfisterer, die es wichtig findet, dass sich alle einbringen. „Ich fand es von Beginn an toll, dass auch Kinder mitmachen.“ Hasan Özer ist der Meinung, dass das Projekt nur funktionieren kann, wenn alle der Teilnehmer ihre Kultur mit einbringen. Das alles müsse am Ende gebündelt und in ein Theaterstück gepackt werden. Annemarie Weiss-Pfisterer ist sich sicher, dass der Grundgedanke des Interkulturellen Theaters, nämlich Schranken aufzulösen und Brücken zwischen den Kulturen zu bauen, sich erfüllen wird. „In so einer Gruppe lernt man, anderen Raum und Zeit zu geben und sich gegenseitig zu akzeptieren“, schildert sie ihre Erfahrungen. Hasan Özer wirbt indes weiter um Mitglieder, denn „es ist zwar toll, dass wir so viele Schauspieler im Boot haben, aber ein Theater braucht einiges mehr, etwa Leute, die Kostüme schneidern oder schminken können.“ Wie das Projekt sich genau entwickelt, weiß noch niemand, doch Özer ist sich sicher: „Es wird spannend!“
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