Am Ende der Zeit

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Reportagen rund um die Uhr: Dienstag, 18 Uhr, auf dem Friedhof in Knittlingen

Ein Wimpernschlag, eine Stunde, ein ganzes Leben? Am Eingangstor zum Knittlinger Friedhof endet die Macht der Uhr. Hinter den himmelstrebenden Gitterstäben gelten andere Gesetze.

Vor dem Grabstein, der an die jung verstorbene Anna Maria Speidel erinnert, trotzt eine kleine, anhängliche Feder tapfer dem Wind.

Vor dem Grabstein, der an die jung verstorbene Anna Maria Speidel erinnert, trotzt eine kleine, anhängliche Feder tapfer dem Wind.

Knittlingen. Auf 18 Umrundungen bringen es die großen Zeiger auf den Armbanduhren der Sportler, die kurzbehost und frisch geduscht aus der gegenüberliegenden Halle treten, der Schüler, die in weißer Kluft ihre Körperertüchtigung noch vor sich haben, der Jugendlichen, die dem Bilderbuch der Klischees entsprungen sind und am Eingang zur Schule sitzen – Getränkedosen in der Hand, Baseballmützen auf dem Kopf und geradezu enttäuschend leise musikähnliche Klänge ausschüttende Gerätschaften neben sich. Sie alle unterwerfen sich, bewusst oder unbewusst, dem Diktat dieser Zeiger, während wenige Schritte von ihnen entfernt Einsteins Theorie greifbarer wird als im besten Physikunterricht: Die Zeit ist relativ.

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