Am Bahnhof blind orientieren
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Michael Frey erklärt und bewertet das Leitsystem für Sehbehinderte in Mühlacker
Mühlacker. Mal schnell den Zug nehmen, um von A nach B zu kommen, das ist für die meisten Menschen keine große Sache. Reisende mit Handicaps sind dagegen auf eine besondere Infrastruktur angewiesen. Der 56-jährige Michael Frey aus Niefern-Vorort, der im Alter von 49 Jahren erblindet ist, weiß, worauf es ankommt. Gemeinsam mit der Behindertenbeauftragten des Enzkreises, Anne Marie Rouvière-Petruzzi, hat er Ölbronner Kindergartenkindern gezeigt, wie das Blindenleitsystem am Mühlacker Bahnhof funktioniert.
Hündin Lena führt Michael Frey am Mühlacker Bahnhof zum Einstieg des Zuges.Fotos: Huber
Als die Kinder an diesem Morgen an Gleis 1 aus dem Zug steigen, werden sie schon von Anne Marie Rouvière-Petruzzi, Michael Frey und seiner Hündin Lena erwartet. Um zu demonstrieren, wie er sich zurechtfindet, zeigt Frey zunächst auf die weißen Pflasterstreifen, die zwischen den dunkleren Platten am Bahnsteig verbaut und mit Rillen durchzogen sind. Dabei handle es sich um Leit- beziehungsweise Sperrlinien – Wegweiser, an denen er sich, wie Frey erklärt, mit Hilfe des Blindenstocks den Weg ertasten könne. Andere, die weniger stark eingeschränkt seien, orientierten sich am Farbkontrast. In Richtung Bahnsteigkante bilden die Linien die Sicherheitsgrenze zum Gleisbett hin. Als Frey zusammen mit Hündin Lena dort entlangläuft – sie darf die Linie nur übertreten, wenn gerade eine Bahn wartet –, steht gerade ein Zug bereit, der demnächst in Richtung Stuttgart weiterfährt „Lena, such’ die Tür!“, gibt Frey die Order, und seine Begleiterin führt ihn zum Einstieg.
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