Altes Stück mit aktueller Wirkung

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Ensemble „Theater Poetenpack“ zeigt Molières „Menschenfeind“ auf dem Maulbronner Klosterhof

Der letzte Theaterabend auf dem Klosterhof Maulbronn hätte eigentlich eine voll besetzte Zuschauertribüne verdient, denn das Ensemble vom „Theater Poetenpack“ aus Potsdam bot am Samstag mit Molières köstlich satirischer Komödie „Der Menschenfeind“ beste Unterhaltung auf hohem Niveau.

Ein junges, spielfreudiges Ensemble bringt den Theater-Klassiker in frischem Gewand auf die Bühne.

Ein junges, spielfreudiges Ensemble bringt den Theater-Klassiker in frischem Gewand auf die Bühne. Foto: Fotomoment

Maulbronn. Genau 347 Jahre alt ist das Stück und hat doch nichts an Aktualität verloren. Schon gar nicht, wenn, wie es das „Theater Poetenpack“ tat, die 1979 herausgekommene, recht freie Übersetzung von Hans Magnus Enzensberger, geboren 1929, für eine Inszenierung angewendet wird. Der umstrittene, aber wortgewaltige Schriftsteller verlegte damals die Handlung in die Gegenwart, also in die Bundesrepublik Deutschland wenige Jahre nach den aufregenden, in vielerlei Hinsicht umwälzend nachwirkenden Ereignissen um 1968, wobei das „Poetenpack“ in der Zwischenzeit noch etwas weiter ging und die von der Regisseurin Anke Rauthmann in Szene gesetzte Abläufe durch Texteinschübe noch mehr aktualisierte. Da waren sogar Worte wie „Ich fühle mich schon wie Snowden, das geht mir gewaltig auf die Hoden“. Der Enzensbergerschen Übersetzung hatte man von Anfang den Vorwurf gemacht, sie habe mit einem gewissen vulgären Party-Jargon das Werk trivialisiert.

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