Alter Stamm schafft neues Leben

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Betagte Obstbäume bieten seltenen Vogelarten und Insekten einen perfekten Unterschlupf

Enzkreis. Etwa 100 Jahre alt kann ein Obstbaum werden, und damit in etwa so alt wie ein Mensch. Und ein wenig ähneln sie sich auch, die betagten Lebenswesen unterschiedlicher Gattungen: Schief, knorrig, der Stamm voller Falten und Löcher, so steht der Methusalem unter den Bäumen auf seiner Wiese. Viele Generationen von Menschen hat er mit seinen Früchten ernährt, aber nun sind seine Tage gezählt. „Ein Obstbaum, der nicht mehr trägt, ist nichts mehr wert“, sagen sich die meisten Streuobstwiesenbesitzer und ersetzen den Senior durch einen Jüngling.

Nebenbuhler: Nicht nur verschiedene Vogelarten, auch die geschützte Hornisse ist als Unterschlupf auf Höhlen in alten Bäumen angewiesen.

Nebenbuhler: Nicht nur verschiedene Vogelarten, auch die geschützte Hornisse ist als Unterschlupf auf Höhlen in alten Bäumen angewiesen.

Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus betrachtet eine verständliche Entscheidung, für die Natur allerdings ein herber Verlust. Alte Obstbäume bieten sehr vielen Tierarten einen idealen Lebensraum, sind als gute Stube beispielsweise in der Vogelwelt sehr gefragt. „Der geschützte Steinkauz jagt nicht nur gerne in Streuobstwiesen, er ist als Höhlenbrüter auch auf die Höhlen alter Obstbäume angewiesen“, nennt Frank Hemsing, Naturschutzfachmann in der Umweltbehörde im Enzkreis-Landratsamt, ein Beispiel. Das Gleiche gelte für andere gefährdete Höhlenbrüter wie den Vogel des Jahres 2011, den Gartenrotschwanz, den Halsbandschnäpper und den skurrilen Wendehals.

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