Alles muss raus – nur nicht die Kunst
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Künstler Jonathan Meese liefert in Pforzheim Unterhaltung und Stoff zum Nachdenken
Pforzheim. Ist ja schon gut, möchte man nach zwei Stunden am liebsten rufen. Lektion gelernt: Kunst ist gut. Design und Lifestyle sind böse. Und die Ideologie, die muss einfach weg. Auf diesen Nenner kann man die Aussagen des „Enfant terrible“ der Kunstszene Jonathan Meese bringen. Die wiederholt er bei seinem Auftritt in der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim gern stereotyp – und sie passen auf jede noch so raffiniere Frage.
Er sieht so aus, wie er denkt: wild. Wenn sich der eigenwillige Jonathan Meese erst einmal in „Kunst-Rage“ redet, dann fliegen die Haare. Foto: Roth
Das müsste Robert Eikmeyer, Kunst- und Designtheoretiker sowie Dozent in Pforzheim, der Meese seit zehn Jahren kennt, gewohnt sein: Wenn er Glück hat, kann er Stichworte einflechten. Mehr nicht, denn einmal in Fahrt gekommen, redet, ja schwadroniert der Künstler. Die Hand weit in den Raum schleudernd, dann wieder greifen die langen Finger hakenartig etwas aus der Luft und ziehen es heran. Und wehe, man kommt ihm mit Design zu nahe. Dann wird der Mann, der mit seinen extremen Ausbrüchen in der Szene polarisiert und provoziert, die mit Schriftart, Vokabular und in Gestik oft an die Nazis erinnern, wenn er etwa den „deutschen Wahn“ thematisiert, fast zur Furie.
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