Alles hat seine Zeit

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Gedanken zur Fastenzeit von Sabine Wöhr, Pfarrerin für die evangelischen Kirchengemeinden Großglattbach und Iptingen

Die Masken sind abgenommen, das Häs ist wieder im Schrank. Die Fastnacht ist vorbei, die Fastenzeit hat begonnen. Lange konnten wir Evangelischen mit der Fastenzeit nichts anfangen. Das geht zurück auf die Erkenntnis der Reformatoren, dass wir unser Leben letztlich nicht durch Schaffen und Machen sichern können, und auch nicht durch religiöses Fasten und Kasteien, sondern zuerst Gott uns alles schenkt: das, was wir zum Leben brauchen; die Menschen, die uns umgeben; die Zuwendung, die wir erfahren; ja, das Leben selbst, ein Geschenk Gottes.

Alles hat seine Zeit

Sabine Wöhr.

Nun sind in etwa 500 Jahre vergangen, Katholiken haben bei den Evangelischen die Hochachtung des Wortes Gottes schätzen gelernt, und die Evangelischen bei den Katholiken gute Formen und Rituale wiederentdeckt. Wir brauchen vielleicht keine Rituale, um selig zu werden, aber sie tun uns gut. Es tut gut, die Zeit nicht nur digital zu strukturieren, sondern ihren Rhythmus anzuerkennen. So empfiehlt es der Prediger Salomo: Alles hat seine Zeit. „Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit“ (Die Bibel, Prediger 3,1-4).

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