Kinoerlebnis wie vor 100 Jahren

Mühlacker

Beim „Mühlacker Orgelsommer“ gibt es eine spannende Begegnung von Stummfilm und Orgel. Der Mössinger Bezirkskantor Nikolai Ott improvisiert zum Filmklassiker „Das Cabinet des Dr. Caligari“ und entlockt dem Instrument in der Pauluskirche facettenreiche Klänge.

Organist Nikolai Ott. Foto: Joachim Klinger

Organist Nikolai Ott. Foto: Joachim Klinger

(Foto: Joachim Klingner)

Mühlacker. Als erster Tonfilm der Geschichte gilt der Hollywood-Streifen „The Jazz Singer“ aus dem Jahr 1927. Die Erfindung der Tonspur, mit der ein simultanes Nebeneinander von Film, Stimme, Musik und Gesang erst möglich wurde, stellte damals eine Revolution dar. Die ersten Farbfilme gab es bald danach in den 1930er Jahren. Das Kino selbst, in den Anfängen als Stummfilm in Schwarz-weiß, ist nochmals rund 30 Jahre älter. Die Bezeichnung „Stummfilm“ ist allerdings insofern irreführend, als ein Film vermutlich nie in völliger Stille gezeigt wurde. So ist die Zeit zwischen 1895, dem Jahr, in dem die Bilder laufen lernten, und 1927 die große Epoche der Kinoorchester, Kinopianisten und -organisten. Vergeblich warnten die Kinomusiker nach 1927 vor gesundheitsschädlichen Gefahren des Tonfilms – und verloren, weil das neue Genre sich binnen weniger Jahre durchgesetzt hatte, ihren Job. Der Tonfilm machte extra gebaute, riesige Kinoorgeln obsolet und ein Heer von Musikern fast über Nacht arbeitslos.

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