Ein Mercedes-Cheflobbyist als Diener zweier Herren

Wirtschaft

Er war CDU-Minister in Potsdam. Nun arbeitet ‚Guido Beermann für den Autokonzern – und zugleich für einen italienischen Rivalen der Deutschen Bahn. Wie kann das sein?

In Italien bereits länger erfolgreich, nun auf dem Sprung nach Deutschland: ein Italo-Fernzug (rechts) im Bahnhof von Mailand

In Italien bereits länger erfolgreich, nun auf dem Sprung nach Deutschland: ein Italo-Fernzug (rechts) im Bahnhof von Mailand

(Foto: www.imago-images.de)

Es war ein herber Rückschlag für die Angreifer aus dem Süden. Lange schien alles glattzulaufen beim Vorhaben des italienischen Bahnunternehmens Italo, nach Deutschland zu expandieren. Von 2028 an wolle man Fernverkehrsstrecken zwischen deutschen Großstädten bedienen und damit dem ICE Konkurrenz machen, wurde im Frühjahr bekannt. Siemens vermeldete freudig eine Bestellung von mindestens  26 Hochgeschwindigkeitszügen samt Service über dreißig Jahre; Auftragsvolumen: rund drei Milliarden Euro. Und die Bundesnetzagentur machte den Weg frei für mehr Wettbewerb auf der Schiene. Bei der Vergabe knapper Trassen, entschied sie im Juli, dürfe die Infrastrukturtochter DB InfraGo nicht mehr nur einen Anbieter berücksichtigen, fast stets die Bahn. 25 bis 40 Prozent der Kapazitäten müssten künftig an Konkurrenten gehen. Damit könnten Fahrgäste auf „bessere Angebote“ hoffen, jubilierte der Präsident Klaus Müller. Italo war zufrieden, die Bahn weniger.

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