Blitz-Merker

Thema der Woche

Stationär oder mobil – was ist dasbessere Mittel gegen Temposünder?

Blitz-Merker

Von Thomas Eier

Wer im Homeoffice arbeitet, lebt sicherer, und das gilt nicht nur in Bezug auf das Coronavirus. Der Autor, der im Büro die Stellung hält, ging unlängst ausgerechnet vor der Tür des Verlagshauses einem mobilen Blitzer in die Falle. Wobei die Kontrolle mitten in der Mittagspause und in einer ruhigen Nebenstraße selbstverständlich den Tatbestand der puren, hinterhältigen Abzocke erfüllt, zumal es natürlich keinen notorischen Raser, sondern nur den eiligen Redakteur mit leerem Magen erwischte ...

Spaß beiseite, denn wer sich nicht an die Regeln hält, muss mit den Konsequenzen leben, und das gilt beim Infektionsschutz wie im Straßenverkehr. Deshalb nimmt der Sünder die Sache sportlich und akzeptiert reuig sein Strafmaß, während im Kreistagsausschuss munter über neue Strategien gegen Tempoverstöße diskutiert wird. Sechs weitere stationäre Blitzstationen, die im Wechsel mit drei Messeinheiten bestückt werden sollen, könnten von Birkenfeld über Niefern bis nach Wurmberg allzu forsche Fahrer ausbremsen. Hinzu kommt der beschlossene Superblitzer für Mühlacker an der Kreuzung B10/Ötisheimer Straße, während sich Polizei und private Dienstleister, unterstützt von der transportablen Enzkreis-Anlage „Sonja“, weiterhin an wechselnden Standorten auf die Lauer legen. Würde er nicht ab sofort sowieso superkorrekt fahren, dem Autor könnte angst und bange werden.

Stationär oder mobil? Was ist wirksamer? Der Enzkreis setzt bislang mit wenigen fest installierten Anlagen am Illinger Eck, in Niefern und Königsbach vor allem auf Unberechenbarkeit, während in den Nachbarkreisen gefühlt jeder Ortseingang mit Starenkästen oder stilvolleren Blitzersäulen ausgestattet ist. Der Nachteil solcher stationären Anlagen, der für ortskundige Fahrer ein Vorteil ist, liegt auf der Hand, denn während einheimische Blitz-Merker Bescheid wissen und punktuell vom Gas gehen, trifft es vor allem arglose Fremde.

Ein Lerneffekt, sagen Experten, lasse sich am besten durch ein Zusammenspiel verschiedener Strategien – stationär und mobil – erzielen, und genau darum dreht sich die Debatte auf Kreisebene. Das Urteil des Bürgers hängt vor allem von der jeweiligen Perspektive ab: In der Rolle des geplagten Anliegers fordert er gerne schärfere Kontrollen, die er an anderer Stelle als ertappter Autofahrer umgehend verflucht. Nehmen wir nur, als wahllos und zufällig herausgepicktes Beispiel, den Kißlingweg, wo andere gerne abends rasen – und es den armen Redakteur zur Mittagszeit erwischt.